EU-Agrarpolitik zählt zu Fluchtursachen

In einem Interview mit der Tiroler Tageszeitung hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker eingestanden, dass sich in der europäischen Agrarpolitik einiges ändern muss, da diese eindeutig zu den Fluchtursachen gezählt werden kann.

Hierzu erklärt die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete und Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl 2017, Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

„Die europäischen Agrarsubventionen führen zu Flucht, das bestätigt nun auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Die rücksichtslose Exportorientierung der europäischen Landwirtschaftspolitik führt dazu, dass der afrikanische Markt mit Billighähnchen und Milchpulver überschwemmt wird, während in Europa täglich Bauernhöfe schließen. Diese europäische Politik führt auch dazu, dass Menschen in zahlreichen afrikanischen Staaten täglich die Lebensgrundlage entzogen wird – Fluchtbewegungen sind die Folge.

Europa muss endlich umdenken und diesen Dampfer auf einen sicheren Kurs führen. Die Gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) darf die Anstrengungen der Armutsbekämpfung nicht länger untergraben und muss ab ihrer nächsten Reform die Bekämpfung von Fluchtursachen zum Ziel haben. In Zukunft braucht es auch ein Monitoringsystem, das die Auswirkungen der europäischen Agrarpolitik auf Entwicklungsländer systematisch analysiert und dabei die Effekte auf afrikanische Kleinbauern und -bäuerinnen besonders im Blick hält.“

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