"Newspaper" by Silke Remmery, https://www.flickr.com/photos/silkeremmery/15840560238/. Lizensiert unter CC BY 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

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Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft – Chance verpasst

Die „Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft“ der Bundesregierung wird zu 100 Prozent aus Haushaltsgeldern finanziert. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat zu dem betreffenden Einzelplan einen Änderungsantrag in den Ausschuss für Kultur- und Medien eingebracht, der leider abgelehnt wurde. Dazu erklärt Tabea Rößner; Sprecherin für Kreativwirtschaft der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

„Es ist bedauerlich, dass es bei den KulturpolitikerInnen der anderen Fraktionen keine Mehrheit für unseren Änderungsantrag gibt. Wir wollten erreichen, dass die Initiative zu einzelnen Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft (Buchmarkt, Pressemarkt, Games, Filmmarkt etc.) solide Branchenreports erstellen lässt: Die Datenlage ist notorisch schlecht, über die Auswirkungen des digitalen Wandels in den einzelnen Branchen weiß man noch immer viel zu wenig. Das sind auch Erkenntnisse aus unserem Fachgespräch zur Kreativwirtschaft, das wir Anfang der Woche hatten. Zum anderen wollten wir erreichen, dass die Initiative selbst evaluiert wird: Gibt sie ihr Geld sinnvoll aus? Hilft sie Kreativen tatsächlich, wirtschaftlich erfolgreicher zu sein? Ist ihre Arbeit nachhaltig?

1,7 Millionen Euro erhält das ‚Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft‘ im Jahr für seine Arbeit: für den Wettbewerb ‘Kultur- und Kreativpiloten Deutschland‘, für den Dialog mit Wirtschaftsverbänden über gemeinsame Projekte, den Deutschen Wirtschaftsfilmpreis und für bundesweite Netzwerkveranstaltungen. 2016 werden allein für Öffentlichkeitsarbeit 229.000 Euro benötigt. Das Zentrum hat neben der Projektleitung elf MitarbeiterInnen. Dass ein so großes Projekt in keiner Weise evaluiert wird, ist äußerst ungewöhnlich.

Erst kürzlich haben wir zwei Fachgespräche durchgeführt, um herauszufinden, welchen Herausforderungen Kreativschaffende heutzutage in Deutschland tatsächlich gegenüberstehen: In Sachen Selbstorganisation, Finanzierung, Rechtedurchsetzung und soziale Absicherung. Ein Kurzbericht findet sich hier. Wir werden dieses Thema und natürlich auch die Arbeit der ‚Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft‚ auch in Zukunft konstruktiv begleiten.“

Haushaltsantrag Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft

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