NORAH-Studie zeigt: Fluglärm wirkt sich stark auf die Lebensqualität vor Ort aus

Zu den Ergebnissen der NORAH-Studie, erklärt die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete und stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss, Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

„Die NORAH-Studie belegt klar, dass der Fluglärm unmittelbare Auswirkungen auf die Menschen vor Ort hat. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Risiko für Herzleiden und Depressionen in diesen Regionen erhöht. Durch Fluglärm sinkt die Lebensqualität, auch das belegt die Studie. Im Rhein-Main-Gebiet ist diese Tendenz noch ausgeprägter als bei den mituntersuchten deutschen Flughafenregionen Köln/Bonn, Berlin und Stuttgart, obwohl dort das Unbehagen ebenfalls stieg. Auffällig ist auch, dass der Fluglärm viel stärker wahrgenommen wird, sogar wenn er messbar geringer ist als der von Straße oder Schiene.

Zum ersten Mal liefert eine Studie valide Ergebnisse zur Situation der Menschen in den vom Fluglärm betroffenen Gebieten. Die Erkenntnisse daraus sind jedoch nicht nur für diese Regionen interessant, auch die Bundesregierung täte gut daran, diese Fakten ernst zu nehmen. Beispielsweise bescheinigen die Wissenschaftler dem Nachtflugverbot eine positive Wirkung. Im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD steht jedoch wortwörtlich: Generelle Betriebsbeschränkungen mit einem Nachtflugverbot lehnen wir ab. Das ist nicht hinnehmbar und widerspricht fundamental den Erkenntnissen der Studie.

Ich fordere die Bundesregierung auf, eine rechtliche Grundlage zu schaffen, die es möglich macht, dass an stadtnahen Flughäfen und in hochverdichteten Siedlungsräumen ein striktes Nachtflugverbot in der Zeit zwischen 22 bis 6 Uhr gilt. Alle Fakten sprechen dafür! Auftraggeber der NORAH-Studie waren, neben der Fraport, auch die Luftverkehrsgesellschaften. Auch sie sind nun in der Pflicht, alles zu unternehmen, dass der Fluglärm deutlich verringert wird.“

 

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