Kulturelle Vielfalt schützen und Kreative stärken

Am heutigen Tag sollten wir uns die Bedeutung des Buches, von Lesen und Schreiben, aber auch von Film, Musik und allen anderen künstlerischen Ausdrucksformen bewusst machen. Denn kulturelle Vielfalt und Kreativität, auf deren Mannigfaltigkeit wir in Europa stolz sein können, drohen, knallharten Handelsinteressen zum Opfer zu fallen. Das Freihandelsabkommen TTIP hat einige Trojaner im Gepäck, die insbesondere zukünftige Regulierung zum Schutz kultureller Vielfalt vor allem im Bereich der zukunftsträchtigen audiovisuellen Dienstleistungen schwer machen könnte. Wir sollten hier mit äußerstem Bedacht vorgehen und unsere Werte nicht billig verscherbeln. Es geht an diesem Tag auch um die kreativen Schöpfer, die Urheberinnen und Urheber von Werken. Wir kommen dabei um die drängenden Fragen unserer konvergenten Welt nicht umhin: Immer noch kämpfen viele kreative Bereiche mit den Herausforderungen der Digitalisierung – gleichzeitig verändern sich die Nutzungsbedürfnisse und –erwartungen der Menschen. Daher steht das Urheberrecht derzeit wieder im Fokus von Reformbemühungen, sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene. Es gilt dabei, auf der einen Seite die grundlegenden Rechte von Autoren und Urhebern zu schützen und ihnen ihre angemessene Vergütung zu gewährleisten, auf der anderen Seite kreative Prozesse und Nutzungen auch in Zukunft sicherzustellen und vielfältigen und breiten Zugang zu ermöglichen. Das ist ein schwieriger Balanceakt. Mit unserem Antrag zum Urhebervertragsrecht, mit Konferenzen und Fachgesprächen zum Urheberrecht wie beispielsweise zur Nutzung und Ausleihe von E-Books haben wir zur öffentlichen Debatte beigetragen. Weitere Konferenzen werden in den nächsten Monaten folgen. Für die kulturelle Vielfalt begrüßenswert ist auch die heutige Ankündigung der Bundesregierung, die Buchpreisbindung nun auch auf E-Books anzuwenden. Für Kreativität, Wissen, Forschung und Innovation haben wir indes noch einen Weg zu gehen.

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