Kein Grund zum Feiern, Zeit zum Handeln

Am 21. Oktober 2011 wurde die neue Nordwestlandebahn am Frankfurter Flughafen eingeweiht. Die Mainzer Bundestagsabgeordnete und stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages, Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), erklärt hierzu:

„Den 21. Oktober 2011 werden die Bürgerinnen und Bürger im Rhein-Main-Gebiet nicht vergessen. Mit diesem Tag, an dem Frau Merkel in Frankfurt einflog, hat sich die Rhein-Main-Region ganz maßgeblich verändert. Dieses Datum steht nämlich, wie kein anderes, für die zunehmende Verlärmung der Region. Es wird Zeit, dass sich daran etwas ändert.

Der Frankfurter Flughafen steht mitten in einem der dichtbesiedelsten Regionen Deutschlands. Die Kapazitäten können daher nicht grenzenlos ausgebaut werden. Schon allein aus ökonomischer Sicht ist dies nicht geboten, die Prognosen zu den Passagierzahlen sprechen eine deutliche Sprache. Ein drittes Terminal ist nicht notwendig, das muss die Fraport AG endlich einsehen. Sie betont stetig, dass ihnen die Lärmbelastung nicht egal ist. Der Worte sollten endlich Taten folgen.

Die Fluglärmbetroffenen haben berechtigterweise hohe Ansprüche an den grünen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. Er ist der Erste, der sich dem Thema Fluglärmreduzierung im hessischen Kabinett annimmt. Mit den Lärmpausen-Modellen ist auch ein erster Schritt gemacht. Das kann und darf aber nicht alles sein. Wir müssen uns viel stärker auch mit der Vermeidung von Flugverkehr beschäftigen. Gerade die Kurzstreckenflüge müssen reduziert werden. Dabei ist vor allem die Große Koalition in Berlin gefragt. Auf Bundesebene könnten wichtige Weichenstellungen für mehr Lärmschutz gestellt werden. Die Privilegierung des Flugverkehrs muss ein Ende haben. Das ist leider nicht absehbar.

An diesem Tag gilt es aber auch, eins besonders zu würdigen: das Engagement der Bürgerinnen und Bürger, die den öffentlichen Protest jeden Montag ins Terminal 1 tragen. Die Bürgerinitiativen gegen Fluglärm organisieren die montäglichen Demonstrationen unermüdlich. All diesen Aktiven zolle ich große Anerkennung und Respekt. Nur so ist das Thema in der breiteren Öffentlichkeit angekommen. Der Druck muss aber weiter aufrecht erhalten bleiben. Dieser Einsatz ist elementar dafür, dass sich auch etwas ändert. Ich wünsche allen dabei viel Erfolg.“

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