Lesselallee: „Politik muss die Menschen mitnehmen“

Zur geplanten Fällung der Kastanien an der Lesselallee auf der Maaraue in Mainz-Kostheim erklärt die Mainzer Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

„Viele Mainzerinnen und Mainzer nutzen das Naherholungsgebiet an der Kostheimer Maaraue und verbinden mit den Bäumen viele Erinnerungen. Zwei der wohl berühmtesten Mainzer Autoren haben sie sogar in ihren Büchern verewigt. Anna Seghers ließ im Buch ‚Das siebte Kreuz‘ einen der KZ-Flüchtlinge durch diese Allee flüchten, und Carl Zuckmayer erwähnte sie in seiner Autobiographie ‚Als wär’s ein Stück von mir‘. Dies unterstreicht nochmal die historische Bedeutung der Allee auch für die Stadt Mainz.

An diesem Montag hatte ich einen Ortstermin mit der Bürgerinitiative ‚Rettet unsere Kastanien‘ an der Lesselallee. Offenbar gibt es neue Erkenntnisse hinsichtlich der Verkehrssicherheit und dem Zustand der 100jährigen Bäume. Dennoch, so befürchten die Bürgerinnen und Bürger, scheinen diese Erkenntnisse nicht von Seiten der Stadt Wiesbaden berücksichtigt zu werden.

In meinem Brief bitte ich den Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich und den Umweltdezernenten Dr. Oliver Franz, keine voreiligen Entscheidungen zu treffen, sondern alle Optionen für den Erhalt der Bäume zu prüfen. Es ist ja keine Eile geboten. Vielleicht besteht die Möglichkeit, ein weiteres Gutachten einzuholen, oder die beiden bisherigen Gutachter gemeinsam zu einem Ortstermin einzuladen, bei dem auch die Bürgerinnen und Bürger teilnehmen können.

Die Stadtspitze muss den Menschen zeigen, dass sie ihr Anliegen ernst nimmt. Politik muss die Menschen mitnehmen. Sie muss für Transparenz sorgen und die Bedenken ernst nehmen. Das gilt insbesondere für die Kommunalpolitik, die so nah bei den Menschen ist.“

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