Einfach nur noch unfassbar!

Seit heute ist auch der Bahnbetrieb am Tag eingeschränkt. Nach einer enttäuschenden Antwort von Grube auf ihr Schreiben fordert die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete aus Mainz, Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) von Bundesminister Ramsauer sofortiges Handeln.

„Wir brauchen keine warmen Worte mehr, sondern entschlossenes und kurzfristiges Handeln. Das erwarte ich von der Spitze der Deutschen Bahn AG und ganz besonders vom Bundesverkehrsminister, der ja auch in anderen Fragen, wo es keinen Notstand gibt, mal eben so ein Machtwort spricht. Statt sich in einvernehmliche Lösungen wie bei der A643 einzumischen und seine Betonpolitik durchzudrücken, sollte Ramsauer seine Aufsichtspflicht gegenüber der Bahn ausüben und hier sofortiges Handeln an den Tag legen. Es ist nicht akzeptabel und darf auf keinen Fall längerfristig hingenommen werden, dass eine Landeshauptstadt und damit ein großer Teil der Rhein-Main-Region abgekoppelt wird. Dies habe ich in einem Schreiben an Ramsauer unmissverständlich deutlich gemacht.

Auch Bahn-Chef Grube scheint in Schockstarre verharrt. Anders kann ich mir nicht erklären, wie er mir noch am Freitag eine nichtssagende Antwort auf mein Schreiben schickt, in dem es lapidar heißt, sie arbeiteten ‚mit Hochdruck an der Verbesserung der aktuellen Situation‘, aber schon am Montag die Einschränkungen des Bahnbetriebs sogar noch ausdehnen. Diese Ignoranz ist ein Affront gegen die Kundinnen und Kunden der Deutschen Bahn. Wir wollen eine starke Bahn und einen Zuwachs an Passagieren. Dafür braucht die Bahn ausreichend Personal, Züge und ein funktionierendes Netz – Einsparungen sind hier der falsche Weg.

Die Entlassung eines Vorstands der Bahn zeigt die ganze Handlungsunfähigkeit der Bahn. Die Entlassung war bereits beschlossen und hilft keinen Deut weiter. Die Bahn-Spitze bekommt ganz offensichtlich das Problem nicht in den Griff.

Am Freitag enden in Rheinland-Pfalz die Schulferien. Viele Urlauber, die in den nächsten Tagen zurückkehren, werden von den Einschränkungen im Bahnverkehr überrascht. Schon jetzt sind  Pendlerinnen und Pendler betroffen, am kommenden Montag wird sich das Problem vervielfachen, Berufstätige, Schülerinnen und Schüler müssen zu ihren Arbeits- und Schulplätzen gelangen.

Herr Ramsauer ist herzlich eingeladen, nach Mainz zu kommen und sich hier zu informieren. Es ist immer besser, sich vor Ort ein Bild zu machen. Dann spürt er vielleicht auch etwas von der Wut der Menschen und dem Imageverlust der Bahn. Und der Vertrauensverlust der Bahn ist fatal. Mainz hat ein ernstzunehmendes Verkehrsproblem, und ein funktionierender Personenschienenverkehr ist gerade für die lärmgebeutelten Menschen dieser Region unerlässlich.“

Brief von Bahnchef Grube

Brief an Ramsauer

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