Lärmschutz geht auch anders!

Zu den Forderungen von CDU und FDP beim Ausbau der A643 erklärt die Mainzer Bundestagsabgeordnete und rheinland-pfälzische Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl 2013, Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

„Lärmschutz geht eben auch anders! Diese Betonpolitik, nach der angeblich nur bei einem sechsspurigen Ausbau Lärmschutz möglich ist, muss endlich ein Ende haben. Flüsterasphalt und Tempolimit sind genauso gut, um den Lärm an einer Autobahn zu reduzieren. Und dies erfordert keine große bauliche Erweiterung. Es geht beim Mainzer Sand um eine verträgliche Lösung, bei der beiderseitige Interessen berücksichtigt werden: Lärmschutz auf der einen und Naturschutz auf der anderen. Der gefundene Kompromiss mit der 4+2-Lösung berücksichtigt beides.

Überhaupt nicht verständlich ist, dass Ramsauer sein eigenes Anti-Stau-Programm hier gar nicht anwenden will. Der Vorschlag der 4+2-Lösung war genau diesem Programm entnommen worden. Darauf weist das Bündnis ‚Nix in den Mainzer Sand setzen‘ zu recht noch einmal hin. Da fragt man sich, warum Ramsauer ein solches Programm großartig feiert, wenn er dann den eigenen Vorschlägen misstraut. Es muss wohl andere Gründe haben, dass Ramsauer hier noch schnell Fakten schaffen will.

Quatsch ist auch das von der FDP angeführte Argument für den sechsspurigen Ausbau, die 4+2-Lösung führe zu Stau, da bei hohem Verkehrsaufkommen von drei auf zwei Spuren verengt werde. Umgekehrt ist es richtig: Bei hohem Verkehrsaufkommen wird der Seitenstreifen als dritte Spur geöffnet.

All diese Äußerungen zeigen, dass sich die Befürworter nicht wirklich mit dem Kompromissvorschlag befasst haben. Umso trauriger, dass der Sachverstand und das Know How der Bürgerinnen und Bürger, die sich seit vielen Jahren für das Naturschutzgebiet engagieren, nicht einbezogen wurden. Es ist und bleibt ein unglaublicher Vorgang. Mit diesem Politikstil muss am 22. September endlich Schluss sein!“

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