Vernunft statt Verbote

Das sogenannte „Mohammed-Video“, das derzeit für viel Aufregung im In- und Ausland verursacht, ist vor allem eins: Selten dämlich. Es spielt auf der Klaviatur von Hass und Provokation. Da dürfen wir nicht mitspielen. Aber was wir jetzt brauchen, ist Ruhe und Vernunft, keine Verbote.

Soweit ich die Inhalte des Films sehen konnte, ist er diffamierend und aufs Schärfste zu verurteilen. Aber er enthält auch laut Experten keinen rechtlichen Anhaltspunkt für ein Verbot. Ein Verbot würde auch faktisch nur wenig bewirken, da das Video im Netz ist und sich nur um so schneller verbreiten wird.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist in Deutschland zurecht ein hohes Gut. Wir sollten uns nicht dazu erpressen lassen,  Meinungsfreiheit gegen Religionstoleranz auszuspielen. Wer jetzt sein Fähnchen in den Wind hängt und blind ein Verbot fordert, agiert nicht minder populistisch. Stattdessen möchte ich an den letzten, vorhandenden Funken Vernunft bei „Pro Deutschland“ appellieren, nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen. Sollte es aber zu einer Aufführung kommen, ist es dann an der Zivilgesellschaft, ein deutliches und friedliches Zeichen zu setzen, dass wir für Toleranz und Respekt eintreten.

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