Grüne Demografie-Tour: Vier Etappen, fünf Bundesländer, 17 Termine

Wir werden älter, weniger, bunter. Der Demografische Wandel ist da. Weggucken hilft nicht – es gilt den Wandel aktiv zu gestalten. Als demografiepolitische Sprecherin habe ich mich im Rahmen der „Grünen Demografie-Tour“ im Juni und Juli in verschiedenen Regionen informiert und Lösungsvorschläge der Bundestagsfraktion bundesweit vorgestellt und diskutiert.

Zum Auftakt besuchten wir in Nordrhein-Westfalen zwei Kindertagesstätten, eine mit interkulturellem Ansatz und eine, die von besonders vielen Unterdreijährigen besucht wird. Beim Expertengespräch „Bildung bringt weiter“ diskutierten wir u.a. mit dem grünen Dezernenten der Stadt Gelsenkirchen über regionale Bildungslandschaften und wie trotz leerer Kassen Bildungswege vor den Herausforderungen des demografischen Wandels sinnvoll gestaltet werden können.

„Gesundheitsversorgung sichern!“ hieß es in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Wir trafen die mobile Zahnärztin Dr. Kerstin Finger und Aktive des Vereins „Zuhause in Brandenburg“, die die Rückwanderung ehemaliger UckermärkerInnen in ihre Heimat fördern. In Neubrandenburg diskutierten wir, wie Strukturen und Anreize in unserem Gesundheitssystem verändert werden müssen, um die Versorgung zukünftig zu sichern.

Im Zeichen der Jugendpolitik stand die Tour in Baden-Württemberg. Im Schwarzwald besuchten wir eine KiTa, die auch Tagesmüttern mit ihren Betreuungskindern offen steht, ein Mehrgenerationenhaus (MGH) und einen Jugendtreff. Beim Expertengespräch „Jugend beteiligen!“ betonten Jugendliche und Fachleute, dass verlässliche, dauerhafte Angebote das A und O seien, um erfolgreich mitwirken zu können.

„Neue Wege für die Pflege“ erkundeten wir in Bayern. Im MGH Binsfeld sahen wir, wie das ganze Dorf von dieser Einrichtung profitiert. Am Institut für Psychogerontologie der Uni Erlangen stellte uns der Direktor eine Studie vor: Altersgerechte Wohnungen sind demnach bei SeniorInnen gefragter als betreutes Wohnen. Menschen wollen auch im Alter selbstbestimmt leben. Im MGH Fürth schauten wir uns das Miteinander der Generationen an: Während die SeniorInnen den Kindern Kartenspiele beibringen, geben diese wiederum Nachhilfe bei der Bedienung von PC oder Smartphone. Bei der Podiumsdiskussion herrschte Einigkeit darüber, dass es bei der Pflege einer besseren Vernetzung aller Ebenen sowie einer kostenfreien Ausbildung in den Pflegeberufen bedarf.

Die Erfahrungen der Tour sollen in unseren Demografie-Kongress einfließen, den die Bundestagsfraktion Anfang 2013 veranstalten wird.

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