Computerspiele sind Kulturgut und Wirtschaftsfaktor zugleich

Zur morgigen Eröffnung der diesjährigen gamescom in Köln erklären Malte Spitz, Mitglied im Bundesvorstand, und Tabea Rößner, Sprecherin für Medienpolitik der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Die Computerspielewirtschaft ist aus ihrem Nischendasein herausgetreten und zu einem Standortfaktor geworden. Schritt für Schritt ziehen Hochschulen nach und bilden Fachpersonal aus, damit Deutschland auch in Zukunft attraktiv für SpieleentwicklerInnen und -produzentInnen bleibt. Spielekultur ist in Deutschland weit verbreitet und Computerspiele sind ein allgemein anerkanntes Kulturgut. Das beweisen auch die jüngsten Zahlen, nach denen über 25 Millionen Deutsche regelmäßig spielen, 44 Prozent davon sind Frauen. Gaming ist also keinesfalls ein Randphänomen; Computer-, Browser-, Handy- und Konsolenspiele sind gesellschaftlich verankert.

Deshalb freut es uns umso mehr, dass anscheinend die Zeiten der platten Kritik und skizzierter Stereotypen vorbei sind, sei es, dass Computerspielen als Modesport nur von jungen einsamen Männern praktiziert wird, oder die fachlich falsche und unsägliche Debatte über so genannte ‚Killerspiele‘, die Unheil über Jugendliche brächten.

Wir begrüßen, dass Unternehmen, SpielerInnencommunity und Wissenschaft gemeinsam einen immer stärkeren Fokus auf die Vermittlung von Medienkompetenz als wichtigste Voraussetzung für einen wirksamen Kinder- und Jugendmedienschutz und einen verantwortlichen Umgang mit Spielen im On- und Offlinebereich legen.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung betreibt hier weiterhin vor allem Feigenblattpolitik. Ernsthafte politische Initiativen werden nicht ergriffen und aus den Koalitionsfraktionen kommen, wenn überhaupt,  Zwischenrufe mit unhaltbaren Forderungen wie zuletzt rund um die Verleihung des Deutschen Computerspielepreises.

Wir Grüne treten für einen gesamtpolitischen Blick auf das Thema Computerspiele ein: Wirtschaftspolitisch, weil gerade viele Start-Ups und kleine und mittelständische Unternehmen entstehen und sich große Unternehmen international immer besser aufstellen und dabei politische Unterstützung benötigen: Medienpolitisch, mit einer stärkeren Integration in die hiesige Medienförderung und Medienkompetenzvermittlung. Gesellschaftspolitisch, mit dem Verständnis, dass Computerspiele alle Altersgruppen und Einkommenssituationen ansprechen und zusammenbringen und sich als Kulturgut etabliert haben.“

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