Atomausstieg ist bitternötig

„Das Hochfahren von Biblis B zeigt, wie bitternötig der Atomausstieg ist und welch fatale Folgen die von Schwarz-Gelb im Oktober beschlossene Laufzeitverlängerung hat“, sagt die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner. Ob das Moratorium tatsächlich einen schnellen Atomausstieg bringt, sei offener denn je – nach  dem Verhalten des Biblis-Betreibers RWE und den Andeutungen auf dem FDP-Parteitag am Wochenende. Umso nötiger ist es, den Protest gegen Atomkraftwerke weiter in die Bevölkerung zu tragen.

RWE hat angekündigt, Biblis B wieder hochfahren zu wollen. Dies sei nötig, da neue Brennstäbe sonst zu heiß für die Abklingbecken wären, so die Argumentation des Konzerns.

„Das zeigt doch zwei Dinge: Erstens ist die Atomkraft nicht so beherrschbar, wie von ihren Lobbyisten immer wieder versprochen wird. Zweitens haben CDU und FDP mit der Laufzeitverlängerung im Oktober die Weichen in Richtung Weiterbetrieb der Atomkraftwerke gestellt. Dass sich die Konzerne dagegen wehren, auf ein anderes, weniger rentables Gleis gesetzt zu werden, war zu erwarten. Vor allem RWE hat mit Biblis über Jahre Tricks angewandt, um den Weiterbetrieb zu erschleichen. Ohne die wohlwollende Hilfe der CDU-Landesregierung in Hessen wäre das nicht möglich gewesen“, sagt Rößner.

Rößner ruft zur Teilnahme an den Kundgebungen gegen Atomkraft auf: „Die Menschen wollen keine Technologie akzeptieren, die so unbeherrschbar ist wie Atomkraft und die solch schwer wiegende Folgen für Gesundheit und Leben bringen kann. In der Bundesregierung hat dies Umweltminister Norbert Röttgen offensichtlich eingesehen, wie aus seiner Pressekonferenz hervor ging. Ob er sich aber im Kabinett durchsetzen kann, ist fraglich. Deswegen war und ist es richtig, weiter gegen Atomkraftwerke auf die Straße zu gehen.“

Am Samstag, 28. Mai, finden in Mainz und Koblenz große Kundgebungen gegen Atomkraft statt. Start ist jeweils um 13 Uhr an den Hauptbahnhöfen der beiden Städte.

Teile diesen Inhalt:

Artikel kommentieren