Computerspiele in Deutschland: Game over?

Anlässlich der heutigen Verleihung des Deutschen Computerspielpreises in München erklären Tabea Rößner, Sprecherin für Medienpolitik, und Malte Spitz, Mitglied im Bundesvorstand:

Die Bundesregierung betrachtet Computerspiele als Randerscheinung und debattiert vor allem über deren Gefahren. Dabei sind Computerspiele auch ein Kulturgut und ernstzunehmender Wirtschaftszweig. Der Gesamtumsatz von Computerspielen betrug im vergangenen Jahr über 1,5 Milliarden Euro. Aber die Entwicklung von Computerspielen ist auch sehr kostenintensiv, gerade für die kleineren Anbieter.

Wir fordern ein Maßnamenbündel für die Branche, das diesen Zukunftsmarkt effektiv fördert und auch kleineren Anbietern Chancen eröffnet. Dazu gehört eine finanzielle Förderung und eine bessere Ausbildung für Spiele-Entwickler und Designer. Nur so können wir dauerhaft die begehrten kreativen Köpfe auch in Deutschland halten und uns auf diesem wichtigen Markt einen Anteil sichern.

Die Verleihung eines Preises allein reicht da nicht. Vor allem dann nicht, wenn sich die Bundesregierung nicht klar zu Computerspielen positioniert. Eine gute Idee des Computerspielpreises verkommt so zur Alibi-Veranstaltung. Wir befürchten, dass der Zug für Computerspiele in Deutschland bald abgefahren sein wird, wenn die Bundesregierung das Thema nicht endlich auf ihre Agenda setzt.

Zu einer Gesamtstrategie gehört aber  auch, einen effizienten und zeitgemäßen Verbraucherschutz vor allem für die Spielerinnen und Spieler von Online-Games zu entwickeln. Probleme wie der Weiterverkauf von Spielen, Abo-Fallen und rechtliche Klarheit bei virtuellen Währungen und Gütern müssen auf die politische Tagesordnung.

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