Weltkulturerbe Speyerer Dom: Neubewertung möglich

Das Deutsche Nationalkomitee des Weltkulturerbes hat der rheinland-pfälzischen Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner bestätigt, dass eine Neubewertung des Status für den Speyerer Dom möglich ist. Hintergrund ist der geplante Ausbau des Speyerer Flugplatzes und die von der Betreibergesellschaft falsch berechnete Domhöhe.

Icomos, die für die UNESCO die Projekte des Weltkulturerbes betreut, schreibt wörtlich: „Der von Ihnen dargelegte Fehler bei der Einmessung der Höhe der Osttürme des Domes und der damit verbundene Eingriff in die Einflugschneise müsste zu einer neuen Beurteilung auch von ICOMOS führen. Entscheidend ist, inwiefern durch den Ausbau eine neue Situation entsteht, die sich von der früheren Situation wesentlich unterscheidet.“

Rößner sieht eine neue Situation gegeben: „Nach den Unterlagen aus dem Urteil des Oberverwaltungsgerichtes verdoppelt sich die Zahl der Flugbewegungen. Außerdem werden die Maschinen künftig stärker betankt starten und für größere Maschinen soll das Starten in Speyer möglich werden. Das beeinträchtigt sowohl das städtische Gesamtbild als auch die Sicherheit des Domes.“

Der Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Speyerer Stadtrat, Johannes Jaberg hatte heraus gefunden, dass die Betreiber-GmbH in den Genehmigungs-Unterlagen die Höhe des Domes um 13 Meter zu niedrig angesetzt hat. Der Genehmigungsbehörde, dem Landesbetrieb Mobilität war dies nicht aufgefallen. Mittlerweile hat der Landesbetrieb gegenüber der Bundestagsabgeordneten Rößner schriftlich zugegeben, dass die Domhöhe um 7 Meter falsch berechnet worden sei.

Die GRÜNEN gehen nach wie vor von 13 Metern aus, diese Zahl hat auch die Deutsche Flugsicherung bestätigt. „Allmählich, wenn auch ungern, räumt der Landesbetrieb seine Fehler ein. Dies tut die rheinland-pfälzische Behörde erst, nachdem Privatleute recherchiert und Druck gemacht haben – genau das werden wir weiter tun. Auf die Landesbehörde ist offensichtlich kein Verlass“, sagt Rößner abschließend.

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