Gefahrgut im Wohngebiet – MdB Rößner hakt anlässlich des Bahnbrandes in Unkel nach

Anfang Februar ereignete sich ein Zugunglück im rheinland-pfälzischen Unkel, bei dem mehrere mit Spraydosen beladene Güterwaggons in Flammen aufgingen und 60 Einwohnerinnen und Einwohner evakuiert werden mussten. Die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete und Mitinitiatorin der Parlamentsgruppe Bahnlärm im Deutschen Bundestag, Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), reichte eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung ein und erklärt dazu:

„Das Zugunglück bei Unkel und dessen Auswirkungen auf den Bahnverkehr im Mittelrheintal hat einmal mehr die Probleme auf dieser Strecke offengelegt. Neben dem unerträglichen Bahnlärm, unter dem die Anwohnerinnen und Anwohner leiden, stellt der Gefahrguttransport ein weiteres Risiko für das enge Rheintal dar. Wie viel Gefahrgut täglich durch das Mittelrheintal rollt, ist nicht bekannt. Schätzungen gehen von 20 Prozent des Güterverkehrsaufkommens aus. Und immer wieder kommt es zu zum Teil schweren Vorfällen auf der Bahnstrecke. Erst vor wenigen Jahren war es nur einem glücklichen Umstand zu verdanken, dass bei der Entgleisung eines Zuges ins Assmannshausen kein Mensch zu Schaden kam. Alle drei Minuten donnert ein Güterzug durchs Tal, und bei der Zugdichte auf der Strecke ist es nur eine Frage der Zeit, wann das nächste Unglück passiert.

Viele Menschen sind beunruhigt, und zahlreiche Fragen zu den Sicherheitsstandards im Bahnverkehr sind unbeantwortet geblieben. Mit einer Kleinen Anfrage möchte ich dem Scheuer´schen Ministerium auf den Zahn fühlen. Wie kam es beispielsweise zum Halt des Zuges im Bahnhof, obwohl damit eine höhere Gefährdung für die umliegenden Anwohnerinnen und Anwohner einher ging? Gerade vor dem Hintergrund, dass das Verkehrsministerium einer Alternativstrecke eine Absage erteilt hat, und der prognostizierten Zunahme des Güterverkehrs ist die Beantwortung der Fragen zur Sicherheit der Bevölkerung im Mittelrheintal drängender als je zuvor. Mit der Kleinen Anfrage soll dem Bundesverkehrsministerium ein weiteres Mal die Gesamtproblematik des Güterverkehrs im Mittelrheintal vor Augen geführt werden. Das Ministerium darf nicht länger die Augen verschließen, der Handlungsbedarf ist übergroß.“

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