Tag gegen Lärm: MdB Rößner fordert Offensive gegen Lärm

Am 25. April 2018 findet zum 21. Mal der Tag gegen Lärm statt. Ziel des Aktionstags ist es, die Gesellschaft für Alltagslärm und seine Ursachen zu sensibilisieren. Unter dem diesjährigen Motto „Laut war gestern“ ruft die Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V. erneut zu bundesweiten Aktionen auf. Zu diesem Anlass erklärt die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Mitglied im Beirat „Leiseres Mittelrheintal“ und Initiatorin der Parlamentsgruppen Fluglärm und Bahnlärm:

„Lärm hat viele Ursachen. Die Menschen im Mittelrheintal und im Rhein-Main-Gebiet könnten ein Lied davon singen – doch hören würden es nur die wenigsten. Denn entlang des Rheins, in Rheinhessen und im gesamten Rhein-Main-Gebiet sorgen Bahn-, Flug- und Straßenlärm für enorme Geräuschkulissen. Der Lärm schränkt nicht nur die Lebensqualität ein, sondern macht erwiesenermaßen krank. Mit dem Motto „Laut war gestern“ trifft der Aktionstag voll ins Schwarze – und doch daneben. Denn klar ist: Lärm nimmt immer mehr zu – für die Betroffenen nicht mehr zu ertragen. Für sie gilt: Laut ist heute. Sie brauchen dringend Entlastung.

Umso wichtiger ist es, der Bekämpfung von Lärm mehr Gewicht zu geben. Daher freut es mich, dass sich die von mir mitinitiierte Parlamentsgruppe Bahnlärm neu konstituiert hat und auch der neugegründete Parlamentskreis Fluglärm bei so vielen Abgeordneten aus allen Fraktionen auf Zuspruch stößt. Es zeigt: Der Lärm ist im Bundestag angekommen. Die Erwartungen an uns sind natürlich groß. Ich selbst werde mich dafür einsetzen, ihnen auch gerecht zu werden.

Auch wenn der Schienenlärm bis 2020 halbiert werden soll – und die Gesetzesgrundlage für das Verbot lauter Güterwagen ist ein Erfolg der Parlamentsgruppe Bahnlärm,  müssen auch über das Jahr 2020 weitere Maßnahmen zur Lärmreduzierung erfolgen. Denn wenn der Bahn- und insbesondere Güterverkehr zunehmen wird, braucht es leisere Waggons und Loks. Nur so werden die Menschen die Zunahme des Bahnverkehrs akzeptieren. Der Frankfurter Flughafen setzt alles daran, die Passagierzahlen in die Höhe zu treiben. Zudem verstoßen Airlines wie Ryanair wiederholt und mit Kalkül gegen das Nachtflugverbot. Zwar wurde im vergangenen Jahr die freiwillige Lärmobergrenze eingeführt und aktuell veranlasst das hessische Verkehrsministerium eine rechtliche Prüfung der notorischen Verstöße gegen das Nachtflugverbot. Das alles reicht nicht aus. Deshalb müssen leisere Anflugverfahren und Antriebstechniken vorangebracht werden, das Flugverkehrsgesetz novelliert werden, damit der Gesundheitsschutz Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen hat. Wir brauchen eine Gesamtlärmbetrachtung, damit sich die einzelnen Lärmarten nicht leise rechnen können. Und wir brauchen vor allem eine echte Offensive zur Bekämpfung des Lärms. Mit den Parlamentsgruppen werden wir der Bundesregierung hoffentlich ordentlich Dampf machen.“

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