Umrüstung der Bremssohlen muss schneller vorangetrieben werden – MdB Tabea Rößner fordert stärkere Spreizung der Trassenpreise und Monitoring

Zum Bericht über Flüsterbremsen und den Forderungen der Bürgerinitiative nach Überwachungsstationen und einem Maßnahmenkatalog, erklärt die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete und stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss, Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

„Es ist klar, dass die Umrüstung auf leisere Bremssohlen nur eine Maßnahme von vielen sein kann, um den Bahnlärm im Mittelrheintal spürbar zu reduzieren.  Laut Umweltbundesamt erwirken die so genannten Verbundstoffbremsen eine Lärmreduktion von bis zu 10 dB(A) – was einer Halbierung des Lärms entspricht. Von daher ist es notwendig, die Umrüstung schneller voranzutreiben und somit einen Beitrag zur Reduzierung des Bahnlärms in Europa, in Deutschland und eben auch im Mittelrheintal zu leisten. Die Bundesregierung hat ihr Ziel, bis 2016 die Hälfte aller Güterwagen mit Flüsterbremsen auszustatten bedauerlicherweise verfehlt.

Mit der Umrüstung der Bremsen ist es jedoch nicht getan. Die nächste Bundesregierung muss weitaus ambitionierter sein. Die Bürgerinitiativen haben Recht, wenn sie im Bundestagswahljahr Überwachungsstationen und einen Maßnahmenkatalog fordern. Das Monitoring, also die systematische Erfassung, Beobachtung und Überwachung von Wagendaten, würde wichtige Erkenntnisse liefern. Im Falle von dabei entdeckten Schäden am Fahrzeug müssen die Wagenhalter zur Beseitigung verpflichtet werden. Denn klar ist, dass auch Wagen mit leiseren Bremstechnologien laut sind, wenn sie Schäden vorweisen. Die Messergebnisse des Monitorings sind anonymisiert zu veröffentlichen.

Die Lärmverursacher müssen durch eine größere Spreizung der Trassenpreise stärker zu Kasse gebeten werden. Das wäre auch ein deutliches Signal an das Ausland, dass wir es ernst meinen mit dem Lärmschutz. Ab 2020 muss es in Deutschland für alle absolut unwirtschaftlich sein, mit lauten Zügen unterwegs zu sein.

Die Menschen im Mittelrheintal brauchen endlich eine spürbare Entlastung. Daher muss die Alternativstrecke Troisdorf – Mainz-Bischofsheim kommen. Bundesverkehrsminister Dobrindt hat jedoch das Projekt nur in den Weiteren Bedarf eingeordnet. Es ist dann sehr unwahrscheinlich, dass bereits vor 2030 mit den Planungen begonnen wird. Die Große Koalition hat leider viel zu wenig getan. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass die Bürgerinitiativen den Druck erhöhen.“

 

Die GRÜNE Bundestagsfraktion hat ein Bahnkonzept beschlossen, dass auch ein Kapitel zu Schienenlärm enthält. Sie finden es hier

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