Statement: SZ-Anzeige zum Jahrestag des gescheiterten Putschversuchs in der Türkei

Anlässlich der am 15.07.2017 in der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Anzeige zum Jahrestag des gescheiterten Putschversuchs in der Türkei erklärt Tabea Rößner, Sprecherin für Medien der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die GRÜNEN:

„Nicht alles, was erlaubt ist, sollte deswegen auch getan werden. Mit der Anzeige zum Jahrestag des gescheiterten Putschversuchs in der Türkei hat die Süddeutsche Zeitung ein großes Eigentor geschossen. In einer Zeit, in der die Printmedien darum kämpfen, ihre Glaubwürdigkeit bei den Leserinnen und Lesern zu erhalten, ist eine solche Jubel-Anzeige für Erdoğan ein fatales Signal. Stattdessen sollten Medien und Politik gemeinsam daran arbeiten, die Türkei zur Entlassung der mindestens 177 inhaftierten Journalistinnen und Journalisten in der Türkei zu bewegen. Zu ihnen gehören auch der deutsche Journalist Deniz Yücel, der seit 155 Tagen ohne Anklage in Haft sitzt und die deutsche Journalistin Meşale Tolu, die seit Anfang Mai mit ihrem kleinen Sohn in der Türkei inhaftiert ist. Mit der Anzeige ist die Süddeutsche Zeitung Berufskolleginnen und -kollegen in Not in den Rücken gefallen und hat ein mangelndes Rückgrat offenbart.“

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