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Wie geht es weiter mit der Berlinale-Leitung?

Wichtige Fragen nicht in Hinterzimmern ausschnapsen

Ende März waren Gerüchte aufgekommen, dass der Vertrag von Berlinale-Chef Dieter Kosslick nach seinem Auslaufen 2019 nicht mehr verlängert werden soll. Angeblich würden hinter verschlossener Tür bereits Überlegungen im Haus der Kulturstaatsministerin Monika Grütters angestellt, wer für die Kosslick-Nachfolge in Frage kommen würde, meldeten etliche Zeitungen.

Grütters und Kosslick wiegelten mit einem gemeinsamen Statement ab: Sie stünden lediglich „in einvernehmlichen Gesprächen über die Weiterentwicklung der Berlinale“. Und so wurde in der öffentlichen Diskussion weiter spekuliert. Vor allem über die Frage, wie die Festivalleitung in Zukunft ausgestaltet werden soll. Bei vergleichbaren internationalen Filmfestspielen wie zum Beispiel in Cannes und Toronto wird diese Aufgabe nämlich aufgeteilt: Eine Person ist für die Organisation und das wirtschaftliche Management zuständig, eine andere Person für die künstlerische Leitung und die Filmauswahl. In den Zeitungen wurde daher gegrübelt, ob eine solche Aufteilung auch in Berlin kommen würde  und welche Personen für diese Posten in Frage kommen würden.

Ich habe diese Diskussion zum Anlass genommen, eine mündliche Frage an die Bundesregierung zu stellen. Ich habe mich nach dem geplanten Verfahren für eine Nachfolgebesetzung erkundigt, ob bereits Kriterien hierfür bestimmt wurden und ob bei der Neubesetzung eine Trennung in Geschäftsführung und künstlerischer Leitung geplant sei. Nicht zuletzt wollte ich vor allem auch wissen, ob eine solche Neubesetzung in einer öffentlich nachvollziehbaren Form geplant sei.

Von der Bundesregierung habe ich daraufhin eine absolut vage Nichtantwort erhalten: Der Vertrag von Dieter Kosslick laufe ja noch bis 2019 und die Überlegungen zu einem Nachfolgeverfahren hätten gerade erst begonnen. Daher könnte man hierzu auch noch nichts sagen.

In einem einzigen Punkt legte sich die Kulturstaatsministerin in ihrer Antwort fest: Wenn es an die Entwicklung von Kriterien für die Nachfolgeauswahl geht, sollen Repräsentantinnen und Repräsentanten aus der Filmbranche mit einbezogen werden. Wenn es soweit ist, werde ich sie daran erinnern. Bis dahin hoffe ich, dass diese Frage von großem öffentlichem Interesse nicht gänzlich hinter den Kulissen ausgeschnapst wird.

 

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