Fachgespräch Kreativwirtschaft am 26. April 2017

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist weit mehr als nur eine bedeutende Wachstumsbranche: Kreative bringen neue Ideen in die Gesellschaft ein und treiben Innovation voran. Zugleich arbeiten sie oft in prekären Verhältnissen. Bei einem Fachgespräch habe ich daher am 26. April 2017 unser jüngst beschlossenes Positionspapier „Kreativ und Selbstbestimmt – Grüne Impulse zur Soloselbstständigkeit in der Kreativwirtschaft“ vorgestellt und mit über 50 kreativ Arbeitenden sowie Vertreterinnen und Vertretern der unterschiedlichsten Verbände konkrete Ideen für eine politische Umsetzung der zentralen Forderungen entwickelt.

Eröffnet wurde das Fachgespräch durch den Fraktionsvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Anton Hofreiter, der auf das Spannungsfeld zwischen kreativer Freiheit und Umbrüchen in der Arbeitswelt einging. Nach meinem kurzen Überblick über die zentralen Forderungen unseres Positionspapiers gab uns Lisa Basten vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) ein erstes Feedback dazu.

„Als parteipolitisches Papier einzigartig“

Großes Lob gab es von Lisa Basten für den Prozess der Erarbeitung des Papiers, bei dem zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter vieler, auch kleinerer Interessensvertretungen eingebunden waren. Mit dem Fokus auf soloselbstständige Kreativschaffende und die komplexen Herausforderungen ihres Arbeitsalltages sei das Positionspapier als parteipolitisches Papier „einzigartig“. Lisa Basten gab aber auch Hinweise und Anregungen, welche Positionen noch konkreter ausgearbeitet werden könnten.

 

 

Den Nerv getroffen

Der Input von Lisa Basten gab den Startschuss für eine konstruktive und produktive Diskussion mit den Vertreterinnen und Vertretern aus der Kreativwirtschaft. Einer der intensiv diskutierten Punkte war die Wissensvermittlung für Gründerinnen und Gründer und die Frage, welche Kompetenzen jungen Kreativen mit auf den Weg gegeben werden sollten, wenn sie sich selbstständig machten. Mehrere Teilnehmende äußerten die Hoffnung, dass eine Stärkung der Berufsverbände dazu beitragen würde, diesen bei Tarif- und Honorarverhandlungen sowie bei der politischen Interessensvertretung mehr Gewicht zu geben. Auch wurde erneut Reformbedarf beim Statusfeststellungsverfahren sowie bei der Arbeitslosenversicherung deutlich: Die Verfahren müssten endlich den oft wechselnden oder gleichzeitig verfolgten unterschiedlichen Erwerbsformen in der Kreativwirtschaft gerecht werden, wo das Normalarbeitsverhältnis eher Ausnahme als Regelfall sei.

Antrag zur sozialen Lage der Kreativen

Als nächster Schritt ist ein grüner Antrag zur sozialen Lage der Soloselbstständigen in der Kreativwirtschaft und zur Kulturförderung des Bundes geplant. Diese parlamentarische Initiative soll aber eher einen Anfang als einen Abschluss der Arbeit der grünen Bundestagsfraktion zum Thema darstellen. Die zahlreichen Anregungen der Kreativschaffenden fließen nun in den Prozess ein.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für den konstruktiven Austausch!

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