Lärmverringerung durch richtige Lärmmessung- MdB Tabea Rößner kritisiert Abbau in Leutesdorf

Zum Abbau der Lärmmessstation Leutesdorf erklärt die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete und Mitglied im „Beirat leiseres Mittelrheintal“, Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

„Es ist mir völlig schleierhaft, warum die DB Netz AG die Lärmmessstation in Leutesdorf abbauen lassen will. Denn diese Lärmmessstation ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt und liefert exakte Daten über den Zustand von Güterwagen und dem dadurch erzeugten Lärm. Damit sind die dort gewonnen Daten ein großer Gewinn für das Ziel der Lärmverringerung. Auch aus den Reihen der Privaten Güterwagenhalter gab es Interesse an den Daten, weil so der Zustand der Wagen überprüft werden und unmittelbar an sie gemeldet werden kann. Für das Mittelrheintal ist der Abbau der Anlage ein fatales Signal, denn gerade für die lärmgebeutelte Region sollten alle Beteiligten deutlich machen, dass sie gemeinsam alle Anstrengungen unternehmen, gegen den Bahnlärm mit allen Mitteln vorzugehen.

Die Lärmmessstation in Leutesdorf ist technisch im Stande, alle relevanten Daten für jeden Zug, jeden Waggon, ja selbst jedes Rad zu erfassen. Im Sinne der Sicherheit und der Lärmverringerung ist es daher unerlässlich, diese Daten bundesweit zu erheben und auszuwerten. Ich fordere schon länger ein bundesweites Monitoring, und dieses wurde auch vom Bundesverkehrsministerium zugesagt. Da frage ich mich, warum solche Zusagen offenbar gebrochen werden. Denn eine Verlagerung der Leutesdorfer Anlage nach Hessen bedeutet sicher nicht, dass diese Daten möglichst flächendeckend erhoben werden sollen.

Zudem hat das Land Rheinland-Pfalz ein legitimes Interesse an der Auswertung der Daten für sein Lärmportal. Dies geht nur, wenn die DB Netz AG einwilligt. Es stünde dem Staatskonzern gut an, wenn er dem nachkommen würde. Andernfalls erweckt das Unternehmen den Anschein, dass die Daten zu brisant für ihre Veröffentlichung seien. Die Erhebung der technischen Daten und die Evalierung sollten in der nächsten Sitzung des „Beirats Leiseres Mittelrheintal“ erneut ein Thema sein. Denn wir brauchen wirksame und dauerhafte Maßnahmen zur Reduzierung des Bahnlärms.“

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