DuMont: Regionalen Journalismus nicht kaputt sparen

Das Verlagshaus DuMont setzt an seinem Berliner Standort auf einen radikalen Neuanfang. Insgesamt fünfzig Mitarbeiter verlieren bei Berliner Zeitung und Berliner Kurier ihren Job, das ist jeder dritte Arbeitsplatz. In einem neuen Newsroom sollen die Redaktionen von Berliner Zeitung und Berliner Kurier nun enger zusammenarbeiten, vor allem das Digitale rückt in den Vordergrund, die jeweiligen Titel sollen aber beibehalten und gestärkt werden. Ob dieser Plan aufgeht, ist noch fraglich. Zwar war nach dem verlustreichen Geschäft auf dem hart umkämpften Berliner Medienmarkt sicherlich dringend ein Umdenken erforderlich. Dies darf allerdings nicht dazu führen, dass Presseunternehmen allein als Wirtschaftskonzerne mit möglichst hoher Rendite geführt werden. Sie haben weiterhin ihre Aufgabe wahrzunehmen, journalistische Vielfalt zu gewährleisten und ihren Teil zum Meinungsbildungsprozess beizutragen. Eine starke, regionale Berichterstattung braucht aber gut ausgestattete und bezahlte Redaktionen. Bei einem solchen Umbau sollte man sich also an die Spielregeln halten: Sozialpläne und Tarifvereinbarungen dürfen nicht ausgehebelt werden, es braucht faire Bedingungen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hier wird man genau beobachten müssen, wie die Umstrukturierung von statten geht. Der Trend zu immer weniger regionalem Journalismus, Zusammenlegung von Redaktionen, Abbau von Stellen und schlechter Bezahlung bedeutet immer weniger Vielfalt. Es braucht daher Ideen und Maßnahmen, wie ein regionales journalistisches Angebot und damit die Vielfalt der Berichterstattung auch in Zukunft erhalten werden kann. Ich hoffe, dass DuMont seine Verantwortung wahrnimmt und wünsche den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alles Gute und viel Kraft für die bevorstehende Zeit.

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