Lärmobergrenze erstmals verbindlich

Zur heutigen Vorstellung des Modells einer Lärmobergrenze am Frankfurter Flughafen erklärt die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete und stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss, Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

„Der Frankfurter Flughafen wird weltweit der erste Airport mit rechtlich verbindlichen Lärmobergrenzen sein. Die hessische Landesregierung will den Fluglärm zukünftig auf ein bestimmtes Lärmniveau festlegen. Mit der Einführung der Lärmobergrenze kommt der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (GRÜNE) damit einer Forderung aus dem Mediationsverfahren nach, das mittlerweile 16 Jahre zurückliegt. Wie wichtig die Bekämpfung des Fluglärms für die Region ist, zeigen nicht zuletzt die Ergebnisse der NORAH-Studie über die Auswirkungen des Flugverkehrs auf die Menschen im Rhein-Main-Gebiet.

Ausgehend von den prognostizierten Passagierzahlen der Fraport AG, die dem Planfestellungsbeschluss zugrunde liegen, hat das hessische Verkehrsministerium ein Lärmniveau von 1,8 dB(A) oberhalb des heutigen Werts festgelegt. Damit würde die wirtschaftliche Entwicklung des Flughafens aber nicht gestört werden. Und leider wird die Lärmobergrenze nicht dazu führen, dass es tatsächlich leiser wird. Sie wird erst in der Zukunft wirken und für die Zunahme von Flugbewegungen relevant werden. Dass Fraport-Chef Schulte und Vertreter von Airlines eine Klage erwägen zeigt, dass sie von dieser Lärmobergrenze Einschränkungen befürchten. Denn für den Fall, dass die neue Lärmobergrenze zwei Jahre hintereinander nicht eingehalten wird, könnte die Zahl der Flugbewegungen eingefroren werden. Dies wird hoffentlich den Anreiz erhöhen, geräuschärmere Flugzeugtypen vor allem am Frankfurter Flughafen einzusetzen.

Die Einführung der Lärmobergrenze zeigt: Die hessische Landesregierung will im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Fluglärm eindämmen. Jetzt stehen noch Verhandlungen mit der Luftverkehrswirtschaft und der Fraport AG aus. Ich hoffe, dass das Modell dann noch Bestand hat. Denn die Lärmobergrenze könnte Signalwirkung auch für andere Flughäfen entfalten.“

 

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