Ukraine: Journalistenmord aufklären und Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen

 Zum heutigen Attentat auf den Journalisten Pawel Scheremet in Kiew erklärt Tabea Rößner:

„Der Journalist Pawel Scheremet ist heute Morgen in Kiew auf feige und zugleich tragische Art durch eine Autobombe ums Leben gekommen. Das Attentat ist ein gezielter Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit. Der Mord muss lückenlos aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

 Seit mehreren Jahren arbeitete Scheremet für die regierungskritische Zeitung „Ukrainska Prawda“ und gehörte zu den besten Journalisten im russischsprachigen Raum. Und zwar nicht nur in der Ukraine, sondern auch in Russland und Belarus, wo Scheremet viele Jahre gearbeitet hat und den Mächtigen stets auf die Finger schaute. Selbst Gefängnisaufenthalte und Haftstrafen konnten ihn nicht daran hindern, seinem journalistischen Spürsinn und der Suche nach Wahrheit nachzugehen. Für seine Unbestechlichkeit und seine unerschrockene Arbeit erhielt er auch international große Anerkennung.  

 Scheremet und seine Frau Olena Pritula, die für dieselbe Zeitung arbeitet, sollen schon länger verfolgt worden sein. Nach Georgij Gongadse, der die „Ukrainska Prawda“ gründete und 2000 auf bisher ungeklärte Weise ums Leben kam, ist Scheremet der zweite ermordete Journalist dieser Zeitung. Die Aufklärung des Attentats ist ein Lackmustest für die Demokratie und den ukrainischen Rechtsstaat.“

 

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