Terminal 3 ist und bleibt überflüssig – Prognostizierte Passagierzahlen am Frankfurter Flughafen viel zu hoch

Zu den heute veröffentlichten Verkehrszahlen der Fraport AG für das erste Halbjahr 2016 erklärt die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete und stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss, Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

„Die Verkehrszahlen der Fraport AG belegen eindeutig: Es gibt keinen Bedarf für den Bau eines weiteren Terminals. Die Passagierzahlen bleiben weit hinter den Erwartungen des Unternehmens zurück. Es gibt keinerlei Notwendigkeit, das wird wieder einmal klar.

Für das Jahr 2020 rechneten beide Gutachten, die von Fraport für den Bau von Terminal 3 in Auftrag gegeben worden waren, mit 71,1 Millionen Passagieren (Firma Intraplan) beziehungsweise 66,4 Millionen Passagieren (Firma MKMetric). Bereits im Jahr 2016 wurde mit der Überschreitung der 60 Millionen Marke gerechnet. Für das erste Halbjahr verzeichnet das Unternehmen jedoch nur 28,7 Millionen Fluggäste. Die Grenze von 68 Millionen Passagieren, womit laut Fraport die Kapazitäten der zwei Abfertigungshallen überschritten seien, ist ebenfalls in weiter Ferne. Die Gutachten, die dem Bau von Terminal 3 zugrunde liegen, sind zu optimistisch. Sie gehen weitestgehend von einer ungestörten, optimalen Entwicklung aus. Witterungsbedingungen oder etwa die geopolitische Lage, die als Gründe für den Rückgang in 2016 angegeben werden, sind in keiner Weise berücksichtigt.

Das Terminal 3 ist überflüssig, das bestätigen uns wieder einmal die aktuellen Verkehrszahlen. Abgesehen davon, dass die Milliarden-Investition für das Unternehmen höchst risikoreich ist, gibt es keinerlei Begründung für den Bau. Die Menschen im Rhein-Main-Gebiet sehen sich bereits jetzt mit den starken Auswirkungen des Fluglärms konfrontiert. ‚Wachsen um des Wachsens willen‘ kann und darf nicht mehr die Maxime des 21. Jahrhunderts sein.“

 

 

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