Neuer ZDF-Fernsehrat muss Impulse setzen!

Anlässlich der heute beginnenden Amtsperiode des neuen ZDF-Fernsehrates erklärt Tabea Rößner:

 „Heute tritt der neue ZDF-Fernsehrat seine Amtsperiode an. Es hätte der feierliche Moment werden können, das verstaubte Image aufzupolieren. Leider wurde aber die durch das Bundesverfassungsgericht im Mai 2014 eröffnete Chance vertan, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vom Verdacht, ein Staatsrundfunk zu sein, zu befreien. Denn die Mahnung der Karlsruher Richter, für weniger staatlichen Einfluss und mehr Vielfalt zu sorgen, blieb in weiten Teilen ungehört.

So fehlt es zum Beispiel an politischer Vielfalt: Die meisten der 16 Ländervertreter stammen aus der Exekutive, sind Minister, Staatssekretäre oder Regierungsmitglieder. Kleinere politische Strömungen sind kaum vertreten. Die Besetzung der gesellschaftlichen Bereiche erfolgt wiederum völlig willkürlich durch die Länder. Über Kompetenz und Engagement der von ihnen auserwählten Vertreter in der Sache ist nicht viel bekannt. Den in der Öffentlichkeit herrschenden Verdacht eines intransparenten Polit-Klüngels wird man auf diese Weise nicht so leicht beseitigen können.

Umso wichtiger erscheint es, dem neuen ZDF-Fernsehrat ein paar gute Wünsche mit auf den Weg zu geben. An erster Stelle sollte dabei stehen, dass die Vertreterinnen und Vertreter ihre Kontrollfunktion ausüben. Das bedeutet vor allem, sich aktiv einzubringen, an Debatten zu beteiligen, Diskussionen anzustoßen und für die gesellschaftliche Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einzutreten. Die Gremienmitglieder vertreten eine vielfältige Gesellschaft – Gewichtung und Ausgaben sollten ein vielfältiges Programm befördern, und dies sollte auch möglichst transparent erfolgen. Nur so kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Zukunft alle Bevölkerungsgruppen erreichen und am Ende seine Akzeptanz in der Bevölkerung erhöhen.“

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  1. Patrick S

    Leider wird sich nichts ändern. Man hat wiedermal die Chance versäumt den ÖR Rundfunk zu stärken und unabhängiger zu machen.
    Die Parteien haben aber daran scheinbar kein Interesse. Sie machen so weiter wie immer. Man zieht noch schnell die Wahl vom Intendanten vor damit der alte Fernsehrat ihn noch schnell wiederwählt. Man schickt die gleichen Staatssekretäre, Parteifunktionäre hin wie immer. Man trifft sich wie immer vorher in Freundeskreisen von SPD und CDU um in Hinterzimmer auszumauscheln wie man seinen Einfluss nutzen will.
    Da man jetzt weniger direkte Politiker hin schicken darf schickt man einfach ehemalige Politiker wie Reinhard Klimmt hin der 50 Jahre hohe Politische Ämter innehatte.(Ministerpräsident, Bundesminister) Er ist dann offizieller Vertreter von „Kunst und Kultur“ vom Saarland. Warum der ehemaliger Bundesbauminister jetzt Vertreter von Kunst und Kultur ist muß man nicht verstehen. Außer das die Parteien ihren Einfluss eben nicht hergeben…

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