Statement Grenzen Reality-TV/Böhmermann

Anlässlich der Böhmermann-Sendung zu den Umständen rund um das RTL-Format „Schwiegertochter gesucht!“ erklärt Tabea Rößner:

„Böhmermann ist es einmal mehr trefflich gelungen, unserer Mediengesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Der Kampf um Aufmerksamkeit und Quoten hat zum Teil unerträgliche Auswüchse angenommen. Die Diskussion ist überfällig, ob es für Reality-TV-Formate Grenzen geben muss, die offensichtlich allein auf Voyeurismus und gezielte Degradierung der Gefilmten angelegt sind.

Die Grenzen abzustecken, wird indes nicht ganz einfach. Der Persönlichkeitsschutz greift in diesen Fällen häufig zu kurz. Vielmehr müssen die Menschenwürde einerseits und das selbstbestimmte Recht der Beteiligten, sich für solche Formate zu entscheiden, in die Waagschale geworfen werden. Keinesfalls darf dies in einer Bevormundung ausarten.

Wenn aber journalistisch-ethische Grundsätze verletzt werden und Redakteure und Senderverantwortliche diese grundlegende Pflicht nicht wahrnehmen, darf das nicht folgenlos bleiben. Im Zweifel müssen sie daran von geeigneter Stelle  erinnert werden. Auch über Kennzeichnungspflichten, etwa von sogenannten Scripted-Reality-Sendungen, und eine Anlaufstelle für Medienopfer sollte in diesem Zusammenhang endlich gesprochen werden.“

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