Türkische Regierung will Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ absetzen – MdB Tabea Rößner fordert die Bundesregierung auf, Sanktionen zu verhängen

Die türkische Regierung hat ihr Missfallen über die Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ zum Ausdruck gebracht. In einem Schreiben des türkischen Botschafters an die Mainzer Bundestagsabgeordnete und Mitglied des Kultur- und Medienausschuss, Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), fordert die türkische Regierung die Absetzung der Sendung. Es sei zu befürchten, so der Botschafter, dass sich die Künstler der Mainzer Fastnacht über den Präsidenten lustig machten. Als Alternative bot er ein zweites Tarkan-Konzert an, das statt der Fernsehsitzung ausgestrahlt werden könnte. Präsident Recep Tayyip Erdoğan selbst stehe vor dem Konzert bereit, ein paar Worte an das deutsche Volk zu richten. Rößner erklärt hierzu:

„Ein Land, das aufgrund einer Satiresendung den deutschen Botschafter ins Außenministerium vorlädt, ist zu allem fähig. Jetzt ist offenbar die Mainzer Fastnacht das Ziel der türkischen Regierung. Ein übler Angriff auf die Presse- und Kunstfreiheit unseres Landes. Für mich hört hier der Spaß auf. Die Bundesregierung muss umgehend Sanktionen gegen die türkische Regierung verhängen. Als ersten Schritt soll ein Ausfuhrverbot für die qualitativ hochwertigen Produkte deutscher Unterhaltungstechnologie verhängt werden wie zum Beispiel für CDs von Helene Fischer oder Episoden der Lindenstraße. Es ist nicht auszuschließen, dass durch diesen Schritt soziale Unruhen im Land ausbrechen. Dennoch halte ich Sanktionen für unverzichtbar.

Der zivile Protest gegen die Vorhaben der türkischen Regierung ist ebenfalls von außerordentlicher Bedeutung. Deshalb ermutige ich alle Fastnachtsvereine, in diesem Jahr außerplanmäßig einen Rosenmontagsumzug in den nächsten Monaten durchzuführen. Möglicher Termin könnte der 8. Mai 2016 sein. Die Stadt Mainz sollte alles möglich machen, dass der Zug ohne Komplikationen umgesetzt werden kann. Unsere Fastnacht ist unantastbar und verdient internationalen Schutz. Daher werde ich in den nächsten Tagen den Kontakt mit dem UN-Generalsekretär Ban Ki-moon suchen und über weitere Schritte mit ihm diskutieren.“

 

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