Wo Hilfe zur Selbstverständlichkeit gehört – MdB Tabea Rößner zu Besuch in der AfA Ingelheim

Jede Nacht kommen hundert neue Flüchtlinge in die Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) in Ingelheim. Die Flüchtlingsversorgung und -unterbringung ist ein großer Kraftakt. Um sich ein Bild von der Arbeit und der Situation vor Ort zu machen, besuchte die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner die Einrichtung in ihrem Wahlkreis.

Durch die Einrichtung führte Jürgen Siegers, stellvertretender Leiter der Landeseinrichtung für Asylsuchende und Ausreisepflichtige, der nicht nur diese Einrichtung managet, sondern auch für den Aufbau von Nebenstellen verantwortlich ist. Allein in den vergangenen zwei Wochen hat Siegers 120 Überstunden gemacht. Er erzählt von Anrufen, die ihn mitten in der Nacht aus Bayern erreichen und in denen ihm mitgeteilt wird, dass 300 Flüchtlinge auf dem Weg in die Einrichtung seien. In kürzester Zeit muss alles für die Ankunft vorbereitet werden. Beutel mit Hygieneartikeln werden gepackt, Helferinnen und Helfer akquiriert und Schlafmöglichkeiten aufgebaut. Nicht allzu selten übernachten die Neuankömmlinge auf Matratzen im Flur, da die Kapazitäten erschöpft sind. Momentan stellt die Erstaufnahmeeinrichtung offiziell 960 Plätze zur Verfügung, weitere 250 Menschen finden Platz in zwei Zelten. Die AfA Ingelheim ist vollbelegt.

Wenn Flüchtlinge nach Rheinland-Pfalz kommen, sind ihre ersten Anlaufstellen die Erstaufnahmeeinrichtungen. Momentan existieren sie außerdem in Trier, mit den Nebenstellen in Euren, Bitburg, Hermeskeil und Kusel, wie auch in Birkenfeld und Diez. Ingelheim hat zwei Nebenstellen in Meisenheim und am Flughafen Hahn. Von den Erstaufnahmeeinrichtungen, in denen die Flüchtlinge registriert und ärztlich untersucht werden, reisen manche weiter zu Verwandten, der Großteil wird aber auf die Kommunen verteilt.

Am Eingang der AfA Ingelheim herrscht ein buntes Treiben. Menschen werden zum Bahnhof gebracht, um von dort zu ihrem neuen Zuhause zu gelangen, neue Flüchtlinge kommen an. Den ganzen Tag, die ganze Nacht. Es ist ein Knochenjob für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AfA. Bei der Besichtigung kommt den Besuchern ein junger Vater aus Afghanistan mit seinen Kindern entgegen, eines von ihnen lächelt. „Für dieses Lächeln lohnt sich doch der ganze Aufwand“, sagt Siegers.

Siegers zeigt, welch logistischen Aufwand die Einrichtung hat. Tonnenweise wird Bettwäsche angeliefert, die sortiert werden muss, bevor sie an die Menschen ausgegeben werden kann. Die Wäscherei wird von Flüchtlingen selbst organisiert. Im Keller befindet sich eine große Kleiderkammer, in der gespendete Textilien und Schuhe sortiert werden. Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung sei enorm. Mittlerweile könne man auch nicht mehr alles annehmen. Es fehle aber noch an Winterjacken, Herrenhosen und Schuhen für die kalte Jahreszeit. Die Schule und die Kinderspielstube mussten in kleinere Räume ausweichen, damit mehr Schlafplätze eingerichtet werden konnten. Die Beratungsstellen der Arbeitsagentur und der Sozialdienste sind in Containern untergebracht.

Rößner dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch den zahlreichen Helferinnen und Helfer für ihren Einsatz. „Es ist sicherlich keine einfache Situation, die Menschen leisten jedoch sehr viel, auch abseits ihrer regulären Bürozeiten. Sie leben Willkommenskultur tagtäglich hier, dafür verdienen sie großen Respekt“, erklärt sie.

 

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