Tabea Rößner zum Gegenbesuch im Mainzer Schlossgymnasium

Gleich die erste Antwort sorgte für großes Gelächter. Dabei machte die Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner gar keinen Witz. Die Oberstufen-Schülerinnen und -Schüler des Mainzer Schlossgymnasiums wollten von der Politikerin wissen, wie sie über den Hackerangriff auf den Bundestag informiert worden sei. „Aus der Zeitung“, entgegnete Rößner und berichtete, wie die Diskussion über den Angriff auf das Innerste des Bundestag-Netzwerks unter den Abgeordneten und in den Fraktionen geführt werde. Abgeordnete seien nur unzureichend informiert worden und hätten vor allem keine Handlungsanweisungen bekommen. „Wir starten jeden Morgen unsere Computer mit einem unguten Gefühl, weil wir nicht wissen, ob Daten abgegriffen werden oder der Trojaner auf unseren Geräten aktiv werden könnte.“ Das Ausmaß des Hackerangriffs sei bis jetzt noch unklar, möglicherweise müssten alle rund 20.000 Computer neu eingerichtet werden. „Wer weiß, wie lange es zu Beginn jeder Legislaturperiode dauert, bis die neugewählten Abgeordneten mit Rechnern ausgestattet sind, der kann nur erahnen, wie aufwändig das insgesamt für alle Büros wäre“, so die Bundestagsabgeordnete.

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Bei den Jugendlichen gibt es an diesem Vormittag ein Thema von besonderem Interesse: die Daten. Nicht mal prioritär ihre eigenen, sondern alle. Die NSA-Affäre beschäftigt die Schülerinnen und Schüler. Die Frage, was Geheimdienste dürfen und wie sie kontrolliert werden können, wird mit der Abgeordneten diskutiert. Wie wehrhaft unsere Demokratie sein muss, und inwieweit die Einführung einer Vorratsdatenspeicherung mit den Grundrechten kollidiert. Rößner vertritt eine klare Position: „Die Vorratsdatenspeicherung stellt alle Bürgerinnen und Bürger unter Generalverdacht. Sie ist daher unverhältnismäßig, weil ihr Nutzen bis heute nicht nachweisbar ist.“

 

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Weitere Themen wie die Flüchtlingsdramen auf dem Mittelmeer oder Haushaltsfragen wurden angesprochen. Tabea Rößner war beeindruckt, wie gut die Schülerinnen und Schüler, die zum Teil bereits auf ihre Einladung im Bundestag waren, über das politische Geschehen Bescheid wussten. „Ich wünsche den Jugendlichen, dass sie ihr großes Interesse an Politik behalten. Denn schließlich geht es um ihre Zukunft.“ Die Schulleiterin Brigitte Wonneberger sowie die Lehrer Alfred Jung und Carsten Monz bedankten sich bei der Abgeordneten, weil sie bereits vielen Schülerinnen und Schülern eine Reise nach Berlin mit Besuch des Bundestags ermöglicht habe.

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