Equal Pay Day: Lohnlücke schließen!

79 Tage – so lange arbeiten Frauen seit Jahresbeginn umsonst, während Männer ihr Gehalt bereits ab dem 1. Januar beziehen. Am 20. März markiert der Equal Pay Day symbolisch diese ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern. Tabea und die Bundestagsfraktion wollen die Lohnungleichheit endlich abbauen!

Deutschland gehört in Sachen Entgeltgleichheit seit Jahren zu den Schlusslichtern in Europa. Trotz klarer gesetzlicher Regelungen verdienen Frauen nach wie vor im Durchschnitt 22 Prozent weniger als Männer. Der „Gender Pay Gap“, die Entgeltlücke, liegt damit in Deutschland deutlich über dem EU-Durchschnitt von 16 Prozent. Selbst wenn unterschiedliche Arbeitszeitmodelle, Erwerbsunterbrechungen und Berufswahl berücksichtigt werden, besteht immer noch eine Lohnlücke von sieben Prozent. Diese Lohnlücke wird über die gesamte Lebensspanne größer und führt zu geringeren Rentenanwartschaften.

Die sogenannten Frauenberufe sind oft gesellschaftlich weniger anerkannt als männerdominierte Berufszweige, das zeigt sich insbesondere bei der Entlohnung. Damit Arbeit endlich gerecht bewertet und Berufe mit hohem Frauenanteil aufgewertet werden können, fordern wir in unserem Antrag das Bundesministerium für Arbeit und Soziales auf, zusammen mit den Sozialpartnern allgemeingültige, geschlechtsneutrale Kriterien zu entwickeln. Um den Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ durchzusetzen, braucht Deutschland ein Entgeltgleichheitsgesetz. Tarifliche und nichttarifliche Entgeltregelungen müssen mit Hilfe eines analytischen Arbeitsbewertungssystems überprüft und Entgeltdiskriminierungen zügig beseitigt werden.

Der bisher mögliche individuelle Klageweg bei Entgeltdiskriminierungen ist für Betroffene risikoreich und unüberschaubar. Deswegen wird oft gar nicht oder erst nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses geklagt. Und selbst wenn die Klage erfolgreich ist, klärt sie nur den individuellen Fall und bewirkt in der Regel nicht, dass andere Frauen davon profitieren. Wir wollen betroffene Frauen durch ein echtes Verbandsklagerecht stärken, damit sie mit den Risiken einer Klage nicht alleine dastehen oder sogar um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen. Denn Entgeltdiskriminierung ist kein individuelles, sondern ein gesellschaftliches Problem.

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