Zwerchallee: Mehr Gruppenräume und Spielplatz sind notwendig-MdB Tabea Rößner zu Besuch in Mainzer Flüchtlingsheimen

Die Mainzer Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) besuchte gestern gemeinsam mit grünen Stadträten, Ortsbeiräten und grünen Mitgliedern Flüchtlingsheime in der Zwerchallee und der Wormser Straße. Sie erklärt dazu:

„Die Träger der Flüchtlingsheime leisten eine herausragende Arbeit. Die Organisation des Zusammenlebens von zum Teil tief traumatisierten Menschen aus den unterschiedlichsten Krisenregionen der Welt ist eine große Aufgabe und sicher nicht immer einfach. Weil aber Stadt, Wohnbau und die Träger alle an einem Strang ziehen, funktioniert die Unterbringung sehr gut. Auch wenn die Lage der Heime nicht optimal ist, die Wohnungen in der Zwerchallee sind gut hergerichtet, das Flüchtlingsheim in Weisenau in Modellbauweise ist freundlich und sauber. Die schulpflichtigen Kinder gehen alle zur Schule, die Kindergartenkinder besuchen Tagesstätten, Hausaufgabenhilfe und Deutschkurse werden von vielen Ehrenamtlichen angeboten, und die Malteser sorgen für die Behandlung von Traumata.

Das Engagement der vielen ehren- und hauptamtlichen Menschen in den Mainzer Flüchtlingsheimen ist überwältigend. Ich freue mich sehr, dass viele Mainzerinnen und Mainzer ihre Hilfe anbieten und somit zu einer Willkommenskultur beitragen. Für das Engagement aller Beteiligten meinen herzlichen Dank! Für ihre Arbeit wünsche ich allen ehren- und hauptamtlichen Helferinnen und Helfern in den Flüchtlingsheimen viel Kraft! Sie leisten eine hervorragende Arbeit, die ich gerne unterstütze, wo immer es geht.

Die gute Versorgung vor Ort darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch eine Menge zu tun bleibt. Es mangelt an Gruppenräumen. In der Zwerchallee beispielsweise gibt es lediglich einen Gruppenraum, der nur für einen kleineren Personenkreis ausgelegt ist. Für eine gute Betreuung und gute Angebote für die Flüchtlinge ist es unerlässlich, dass eins der Gebäude in der Zwerchallee als Gemeinschaftshaus genutzt werden kann. Deshalb begrüße ich den Stadtratsbeschluss dazu, der auf Initiative der grünen Stadtratsfraktion gefasst wurde. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen mehr Büroraum. Ein weiteres Manko ist der Außenbereich. Die nächsten Spielplätze sind weit weg. In der Zwerchallee wird gerade ein Gemüsegarten angelegt, groß ist der Wunsch nach einer fest installierten Tischtennisplatte.

Auch wenn Mainz als weltoffene Stadt alles tut, um den Flüchtlingen ein gutes Zuhause zu bieten, kommt auch die Stadt irgendwann an ihre Grenzen. So lange die gesundheitliche Versorgung nur für akute Fälle gewährleistet ist, und die psychische Betreuung der traumatisierten Menschen von dem Träger ohne Kompensation auf freiwilliger Basis angeboten wird, zeigt sich schon jetzt deutlich, dass bei der Unterbringung weiterer Flüchtlinge Vieles zukünftig nicht mehr angeboten werden kann. Und der Flüchtlingsstrom wird aufgrund der vielen Krisen und Kriege nicht abreißen, so viel ist klar. Daher muss der Bund die Kommunen bei der Bewältigung der Aufgaben finanziell besser unterstützen!“

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