W-LAN in Zügen – Bundesregierung verschläft den Anschluss

Zu den Antworten einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung über den Stand von mobilem Internet in Zügen der Deutschen Bahn erklärt Tabea Rößner, Sprecherin für Digitale Infrastruktur:

Aus der Antwort der Bundesregierung werden zwei Dinge klar: Die Deutsche Bahn bindet sich auf Gedeih und Verderb an die Deutsche Telekom. Und: Nur weil ein Zug mit entsprechender Technik ausgestattet ist, heißt das noch lange nicht, dass der Empfang stimmt.

Noch immer sind nicht alle ICE-Züge mit der entsprechenden Technik ausgestattet. Aber selbst dort, wo es Hotspots gibt, ist es nicht gewährleistet, dass man das Internet tatsächlich nutzen kann. Das zeigt die tagtägliche Erfahrung aller Bahnreisenden. Die Bundesregierung hingegen behauptet, Empfangsqualität und verfügbare Bandbreite „fallen in das unternehmerische Interesse der Konzerne und unterliegen der vertraglichen Geheimhaltung“. Das ist als Antwort mehr als unbefriedigend. Wie soll die Politik gezielt ausbauen, wo es nötig ist, wenn sie nichts von den Bedarfen weiß? Vom berechtigten Interesse des Verbrauchers, der gerne wissen möchte, ob ihm sein Tagespass für 4,95 Euro überhaupt etwas bringt, mal ganz abgesehen. Ein Ausweg könnte sein, wenn sich die Deutsche Bahn auch im Sinne der Kunden anderen Anbietern öffnet und die Züge mit Techniken ausstattet, die es erlaubt, sämtliche Funknetze zu einem starken W-Lan Signal zu bündeln.

Insgesamt zieht sich die Bundesregierung aus der Verantwortung. Während Bundesminister Dobrindt nach Außen weiterhin schnelles und kostenloses W-LAn in Zügen fordert, bügelt sein Ministerium in der Antwort sämtliche Verantwortung an die DB und die Telekom ab. Da macht es sich aber Herr Dobrindt zu einfach. Ein Grundproblem bleibt, dass auch der beste Router kein Internet anbieten kann, wo es kein Netz gibt. Hier werden die Kunden für den mangelnden Ausbauwillen der Bundesregierung gestraft.

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