Bau von Terminal 3 birgt hohes ökonomisches Risiko-MdB Tabea Rößner: „Kapazitäten optimieren!“

Zur Plausibilität der Prognosen des Fraport-Gutachtens und denkbaren baulichen Alternativen zum Bau von Terminal 3, die heute vom hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir vorgestellt wurden, erklärt die Mainzer Bundestagsabgeordnete und stellvertretendes Mitglied im Bundesverkehrsausschuss, Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

„Die Qualitätssicherung des Fraport-Gutachtens, die vom hessischen Wirtschaftsministerium durchgeführt wurde, deckt eklatante Schwächen auf. Die Fraport AG geht scheinbar noch immer von den Prognosen im Planfestellungsbeschluss zur Nordwestlandebahn aus, die sich bislang nicht bewahrheitet haben. Der Ist-Zustand bei den Passagierzahlen und Flugbewegungen liegt deutlich unter den Erwartungen des Unternehmens. Die Kapazitätsgrenze von 68 Millionen Passagieren, die, laut Fraport, bis 2021 erreicht wird, ist damit hinfällig. Die Notwendigkeit der schnellen Realisierung von Terminal 3 ist, gerade nach den Erkenntnissen des hessischen Wirtschaftsministeriums, deutlich widerlegt. Und damit nicht genug: Der Bau des Terminal 3 birgt sogar hohe ökonomische Risiken.

Die Kalibrierung, so wie sie im Fraport-Gutachten durchgeführt wurde, geht von einer guten wirtschaftlichen Lage aus. Worst-Case-Szenarien sind nicht geprüft worden. Was geschieht, wenn die Passagierzahlen und Flugbewegungen sich nicht so entwickeln, wie es das Unternehmen prognostiziert? Beim Bau des Terminals 3 reden wir von einer Investition von mehr als zweieinhalb Milliarden Euro, die refinanziert werden müssen. Dies würde das Unternehmen in eine finanzielle Schieflage stürzen, sofern der Erfolg ausbliebe. Ein zweites Desaster, so wie beim Terminal 2, sollte sich die Fraport AG ersparen.

Ich begrüße die vom hessischen Wirtschaftsministerium vorgestellten Alternativen. Es muss darum gehen, die bereits vorhandenen Kapazitäten zu optimieren. Das ist wesentlich günstiger und risikofrei. Die Fraport AG ist gut beraten, diese Alternativen ernsthaft zu prüfen. Es wäre auch ein Signal für die Bürgerinnen und Bürger, die unter Fluglärm leiden. Der Pan eines neuen Terminals 3 sollte stattdessen aufgegeben werden, denn dieses Vorhaben steht, in den Augen der Menschen, für Expansion, für noch mehr Flugbewegungen und damit für deutlich mehr Lärm.“

Bildquelle: pixabay.com

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