„Lügenpresse“ ist Unwort des Jahres 2014

MdB Tabea Rößner: Richtige Entscheidung zur richtigen Zeit

Die Technische Universität Darmstadt hat heute das Unwort des Jahres 2014 verkündet. Die Wahl fiel auf „Lügenpresse“. Die medienpolitische Sprecherin ihrer Bundestagsfraktion, Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), begrüßt die Entscheidung und erklärt:

„Es ist die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit. Daher freue ich mich sehr über den Beschluss der Technischen Universität Darmstadt. Das Wort ‚Lügenpresse‘ sei ein Kampfbegriff – so die Juroren, den bereits die Nationalsozialisten zur Diffamierung der freien Presse verwendet hätten. Das spricht vielen dieser Tage aus der Seele.

Seit einigen Wochen wird der Begriff wieder zu politischen Zwecken genutzt. Extreme Gruppen hetzen gegen die Medien. Begriffe wie ‚Lügenpresse‘ oder ‚Mainstreammedien’ dienen dabei dem Ziel, die Berichterstattung unglaubwürdig zu machen. Dieser pauschale Vorwurf, wie er von Pegida-Anhängern geäußert wird, ist nicht akzeptabel und entbehrt jeder Grundlage. Es hat allerdings eine neue Dimension erreicht, wenn einzelne Journalisten öffentlich angeprangert und bedroht werden. Wenn Farbbeutel gegen Häuser von Journalisten fliegen, wird versucht, diese Journalisten einzuschüchtern und mundtot zu machen. Das dürfen wir nicht hinnehmen!

Die jüngsten Ereignisse in Frankreich mahnen uns, entschiedener für unsere Werte einzutreten. Die Bundesrepublik Deutschland hat eine vielfältige Medienlandschaft, die es zu bewahren gilt. Die zahlreichen Verlagshäuser und Rundfunkanstalten sind die Grundpfeiler unsere Demokratie. Die Presse- und Meinungsfreiheit ist über Jahrzehnte auf diesem Kontinent erkämpft worden. Das müssen wir uns wieder stärker ins Gedächtnis rufen und den Rattenfängern dieser Republik entschiedener die Stirn zeigen.“

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