Eisenbahnbrücken in Rheinland-Pfalz im dramatischen Zustand

Zur Antwort auf die Kleine Anfrage der Grünen Bundestagsfraktion, die die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mit initiiert hatte, erklärt sie:

„Rheinland-Pfalz ist ein Hot Spot der deutschen Infrastrukturkrise. Von den insgesamt 1773 Eisenbahnbrücken in Rheinland-Pfalz fallen 132 in die schlechteste Kategorie 4. Das heißt: Sie haben solche  gravierende Schäden am Bauwerksteil, dass eine Sanierung nicht mehr möglich ist. Sie müssten neu gebaut werden. Über 400 Brücken fallen hierzulande unter die Kategorie 3. Diese sind von umfangreichen Schäden betroffen, eine Instandsetzung ist jedoch möglich.

Die Deutsche Bahn muss einen umfangreichen Sanierungsplan erstellen. Er muss mit dem Land, den Zweckverbänden und den Fahrgastvertretern abgestimmt werden, um Beeinträchtigungen so gut wie möglich zu minimieren.

Trotz Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und DB AG, nach der  feste Geldbeträge des Bundes an die DB AG gezahlt werden, verschlechtert sich der Infrastrukturzustand. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es in Rheinland-Pfalz bei Bahnbrücken zu häufigeren Sperrungen und Beeinträchtigungen kommt.

Die Problematik des schlechten Brückenzustands ist der Bahn seit Jahren bekannt, trotzdem investiert sie viel zu wenig in den Erhalt. Statt Milliarden in Prestigeprojekte wie Stuttgart 21 oder den Kauf von Logistikunternehmen im Ausland zu versenken, müssen Bund und Deutsche Bahn sich endlich um den Erhalt der Eisenbahninfrastruktur kümmern.

Die DB Netz muss ihre Unternehmensgewinne in den Erhalt des Schienennetzes investieren, statt sie über die Bahn-Dividende in den Bundeshaushalt zu überführen. Das muss auch der Bund als Eigentümer der Bahn vorantreiben.“

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