Tabea hält Workshop zu „Medienkompetenz vs. Regulierung“

Unser Leben verlagert sich immer mehr ins Digitale: Wir kommunizieren online mit Freunden, organisieren den nächsten Urlaub oder streamen Filme. Die zunehmende Digitalisierung erleichtert zwar viele alltägliche Erledigungen, doch VerbraucherInnen im Netz sind oft auch erheblichen Problemen und Fallen ausgesetzt.

So werden an vielen Stellen Daten erfasst und weitergegeben, NutzerInnen verstoßen unabsichtlich gegen Urheberrechtsgesetze oder sehen sich konfrontiert mit komplexen und unverständlichen AGBs. Dies macht es notwendig, grundlegende Bürgerrechte auf den digitalen Raum zu übertragen. Vor allem Daten- und Verbraucherrechte müssen für Online-NutzerInnen dringend gestärkt werden.

Mit dem Ziel, die gesellschaftliche Debatte diesbezüglich voranzutreiben, veranstaltete die Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Konferenz „Verbrauchermacht in der digitalen Welt“. Im Rahmen dessen hielt Tabea Rößner, Sprecherin für Medienpolitik, Kreativwirtschaft und digitale Infrastruktur, einen Workshop zum Thema „Sollen sie doch ihre Cookies essen! Medienbildung vs. Regulierung“.

Als Referentinnen zum Thema waren Sabine Frank, Beauftragte für Jugendschutz und Medienkompetenz bei  Google Deutschland, sowie Dr. Ida Pöttinger, Vorsitzende der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur, eingeladen. Zusammen mit den TeilnehmerInnen des Workshops wurde der Frage nachgegangen, wer oder was VerbraucherInnen im Netz am besten schützen könne: Die eigene Medienkompetenz oder staatliche Regulierung?

Einigkeit bestand darin, dass Medienkompetenz ein hochdynamisches Feld sei, welches generationen- wie institutionenübergreifend verstanden werden müsse. Nachholbedarf gebe es jedoch bei speziellen Angeboten für Erwachsene – einer Personengruppe die oft zu Gunsten von Kindern, Jugendlichen und SeniorInnen bei der Medienbildung vergessen werde.

Unterschiedliche Meinungen gab es hinsichtlich der Selbstschutzmöglichkeiten im Internet und ob solche von staatlicher oder wirtschaftlicher Seite bereitgestellt werden sollten. Sabine Frank verwies dabei auf die Bemühungen von verschiedenen Unternehmen in diesem Bereich, beispielsweise mit der Unterstützung einer werbefreien Kindersuchmaschine, Verantwortung zu übernehmen. Währenddessen lehnte Dr. Ida Pöttinger Selbstregulierungangebote aus der Wirtschaft ab und bekräftige ihr Vertrauen in staatliche Maßnahmen zur Medienbildung. Insgesamt konnten die Anwesenden im Workshop sich darauf einigen, dass es nicht unbedingt ein Mehr an Regulierung brauche, sondern eher eine verbesserte und zeitgemäßere Regulierung.

Den Schlusspunkt markierte ein kurzer Austausch über die zu erwartenden Auswirkungen des aktuellen „Google-Urteils“ des EuGH, bei dem deutlich wurde, dass die Frage, wie der Staat seiner Verantwortung im Medienbereich und dem Schutz von Persönlichkeitsrechten nachkommen kann, ohne dabei Grundrechte wie Meinungsfreiheit zu gefährden, aktuell wie selten zu vor ist.

 

 

Hier die drei Hauptthesen des Workshops:

  • Medienbildung für Erwachsene fehlt
  • Technologie kann Ergänzung, aber kein Ersatz für Erziehung sein
  • Möglichkeiten zum Selbstschutz und Information sind da, aber werden nicht genutzt

Einen Bericht über die gesamte Konferenz findet Ihr [hier]

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