Jugendliche erreichen: In allen Kanälen

Zur Stellungnahme des WDR-Rundfunkrats zur Neustrukturierung der Digitalkanäle ARD und ZDF erklärt Tabea Rößner, Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Medienpolitik und digitale Infrastruktur:

„Es ist gut, dass der WDR mehr Jugendbezug für das Hauptprogramm möchte –  eine neue crossmediale Offensive kann aber einen eigenen Jugendkanal nicht ersetzen.

Bisher verfehlt der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine Pflicht, die jungen Menschen in sein Programm ausreichend mit einzubeziehen. Das bisherige Angebot deckt sich mit dem Bedarf der jungen Menschen nur in Teilen. Ein attraktives, interaktiven und auf Jugendliche ausgerichteten Programm im Netz fehlt. Darum ist es begrüßenswert, dass der WDR-Rundfunkrat das crossmediale Angebot für Jugendliche auch ohne Bezug auf Sendungen im regulären Fernsehprogramm weiter ausweiten möchte. Das reicht aber nicht. Ein Kleckerangebot wird den öffentlich-rechtlichen Sendern langfristig keine neue Zielgruppe erschließen. Ein bisschen linear, ein bisschen online – so kann keine wertvolle Marke entstehen, die die Jugendlichen anspricht. Darum brauchen wir einen Jugendkanal. Ein eigener Kanal hat jede Menge Platz für spezifisch jugendliche Themen, politische und kulturelle Bildung und innovative Formate, die ganz auf den Bedarf von jungen Menschen ausgerichtet sind. Nur mit einem attraktiven Programm wird der Wert des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vermittelt, nur damit können heute die Zuschauer von Morgen gewonnen werden.“

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