Krankenkassen: Gesundheitsfürsorge für alle gewährleisten

Die Krankenkassen wurden vom Bundesversicherungsamt für Auffälligkeiten bei der Meldung von Krankheiten gerügt. Einige Kassen stehen im Verdacht, bei den Krankheiten der Mitglieder zu übertreiben, um mehr Gelder aus dem Gesundheitsfond zu erhalten. Schon vergangene Woche kritisierte das Amt die Krankenkassen dafür, dass sie versuchen würden vor allem ältere und chronisch-erkrankte Mitglieder zur Kündigung zu drängen. Die Auswirkungen dieser Gesundheitspolitik konnte Tabea Rößner MdB, Spitzenkandidatin der rheinlandpfälzischen GRÜNEN für die Bundestagswahl, bei ihrem Besuch der neu eingerichteten „Medizinischen Ambulanz ohne Grenzen“ für Menschen in prekären Lebenssituationen des Vereins “Armut und Gesundheit“ auf der Zitadelle selbst erleben:

„Die vielen Rügen an die Krankenkassen zeigen, dass unser Gesundheitssystem in einer Sackgasse ist. Die Krankenkassen versuchen, durch betrügerische Statistiken ihre Finanzlöcher zu stopfen und drängen gleichzeitig die Armen und Schwachen aus dem System.

Der Verein ‚Armut und Gesundheit‘  setzt da an, wo unser Gesundheitssystem versagt. Der Sozialmediziner Prof. Gerhard Trabert  behandelt mit Kollegen verschiedener Fachrichtungen an festen Tagen in der neuen Ambulanz unbürokratisch obdachlose Menschen  und Menschen ohne Krankenversicherung. Die engagierte Arbeit des Vereins ‚Armut und Gesundheit‘ ist wichtig und kann nicht genug gelobt werden. Aber es ist traurig, dass es dieser Arbeit überhaupt bedarf. Es kann doch nicht sein, dass hier die Opfer des Gesundheitssystems  aufgefangen werden müssen. Es ist eine der dringlichsten Aufgaben der Politik zu regeln, dass es erst gar keine Opfer gibt und allen Menschen eine gute Gesundheitsfürsorge zukommt.

Wer glaubt, dass Besserverdienenden die Gefahr der Nichtversicherung nicht drohe, der irrt: Viele der Menschen, die heute in der Ambulanz ohne Grenzen versorgt werden, waren Mittelständler und privat versichert, konnten aber zum Beispiel durch Insolvenzen ihres Betriebes die galoppierenden Beiträge nicht mehr zahlen. Jetzt sind sie auf die Hilfe des Vereins angewiesen, weil sie vom Staat keine Beratung und keine Unterstützung erhalten. Dieses Gesundheitssystem hat ausgedient. Wir müssen dringend die Zwei-Klassen-Medizin beenden und den Zugang aller zu einer guten Gesundheitsversorgung dauerhaft gewährleisten. Wir fordern deshalb, dass wir mit der Bürgerversicherung das soziale Netz wieder engmaschiger stricken und das Gesundheitssystem auf die  steigenden Anforderungen vorbereiten.“

Foto zur freien Verwendung. V.l.n.r: Tabea Rößner MdB, Prof. Dr. Gerhard Trabert (Vorsitzender Verein Armut und Gesundheit), Gisela Bill (Geschäftsführerin Geschäftsstelle „Armut und Gesundheit“)

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