Lärmschutz über die Deutsche Flugsicherung? Fehlanzeige!

In der Theorie starten und landen Flugzeuge innerhalb festgelegter Korridore, die von den jeweiligen Landesregierungen genehmigt werden. In der Praxis weichen die Piloten teilweise erheblich von den genehmigten Routen ab und verlärmen damit Gebiete, in denen vorher keiner damit gerechnet hat. Die Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat dazu eine Kleine Anfrage an den Bundestag gestellt. Die Antworten kommentiert die grüne Abgeordnete Tabea Rößner aus Mainz, rheinland-pfälzische Spitzenkandidatin für den Bundestag:

„Alles weiter so wie bisher – so lassen sich verkürzt die Antworten der schwarz-gelben Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage zusammenfassen. Plant die Bundesregierung Vorgaben zur lärmoptimierten Planung der Flugrouten? Nein! Soll die Deutsche Flugsicherung dazu verpflichtet werden, Lärmschutz stärker zu berücksichtigen? Die Antwort der Bundesregierung ist: ‚Nein‘! Allein die ‚sicherere, geordnete und flüssige‘ Abwicklung des Flugverkehrs müssen von der Deutschen Flugsicherung weiterhin berücksichtigt werden. Das große Potenzial eines aktiven Schallschutzes für den Gesundheitsschutz von tausenden Anwohnerinnen und Anwohnern schöpft Schwarz-Gelb nicht aus und hat es auch in Zukunft nicht vor.

Die  Lotsen der Deutschen Flugsicherung haben durch ihre Anweisungen an die Piloten im täglichen Betrieb erheblichen Einfluss auf die Belastung der Anwohnerinnen und Anwohner. Sie sind es, die Flughöhe und –route anweisen. Theoretisch innerhalb bestimmter Korridore. Doch in der Praxis lassen die Fluglotsen über Einzelfreigaben ab einer bestimmten Höhe die Piloten auch außerhalb der Flugrouten fliegen. Die Praxis dieser Einzelfreigaben ist intransparent. Mich erreichen regelmäßig Anfragen von Bürgerinnen oder Bürgern, die sich wundern, weshalb über ihrem Haus Maschinen fliegen, obwohl dort gar keine Flugroute ist. Die Anwohnerinnen und Anwohner sollten aber Klarheit darüber haben, wie und wo geflogen wird.

Wir GRÜNE setzen uns für Gesetzesänderungen ein, damit der Lärmschutz ebenso wie die Sicherheit ein Ziel der Deutschen Flugsicherung ist. Nur so werden die Fluglotsen den Lärmschutz im täglichen Betrieb stärker berücksichtigen.“

Hier geht’s zur Kleinen Anfrage.

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