Notstand am Mainzer Hauptbahnhof unfassbar

Seit Tagen herrscht Chaos am Mainzer Hauptbahnhof, weil die Bahn nicht genug Fahrdienstleiter zur Besetzung des Stellwerks einsetzen kann. Nun sollen noch bis Ende August keine Fernverkehrszüge in Mainz halten. Zusätzlich ist der Regionalverkehrs abends stark eingeschränkt. Dazu erklärt die Bundestagsabgeordnete aus Mainz Tabea Rößner:

«Es ist unfassbar, dass Mainz als Landeshauptstadt vom Fernverkehr abgekoppelt ist und dies nach neusten Meldungen noch mindestens bis Ende August bleiben wird. Dies ist ein untragbarer Zustand, der schnellstmöglich behoben werden muss. Gerade zum Ende der Schulferien muss der Verkehr am Mainzer Bahnhof wieder regulär laufen. Die Bahn verspielt andernfalls jegliches Vertrauen in ihre Verlässlichkeit. Das wäre fatal.

Der Mainzer Hauptbahnhof mit seinen täglich 80.000 Fahrgästen ist ein Drehkreuz des öffentlichen Verkehrs in der Metropolregion Rhein-Main. Ein funktionierender öffentlicher Verkehr ist für Region unerlässlich.

Deshalb habe ich in einem Schreiben an Vorstandschef Dr. Rüdiger Grube appelliert, alles dafür zu unternehmen, um den Regelbetrieb spätestens an diesem Wochende wiederaufzunehmen. Mitte August sind die Schulferien zu Ende. Stundenlange Verspätungen werden für Familien auf der Rückreise zu einem bösen Erwachen führen. Einschränkungen im Berufsverkehr belasten die Straßen noch mehr und schaden der Wirtschaftskraft erheblich.

Der Personalmangel fällt nicht vom Himmel. Schon im Juni wurde der Bahnverkehr wegen fehlender Fahrdienstleiter in den Stellwerken Nierstein, Bodenheim und Oppenheim während der Nacht eingeschränkt. Die rigorose Sparpolitik der vergangenen Jahre, die auch dem Börsengang geschuldet war, hat in die Sackgasse geführt und kommt der Deutschen Bahn jetzt teuer zu stehen. Es wird schwierig werden, das Vertrauen bei den Fahrgästen wiederzugewinnen. Dies bedaure ich als Verfechterin des Bahnverkehrs sehr.»

Hier zum Brief.

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