Lärmschutz nun möglich – jetzt gibt es keine Ausrede mehr!

Seit Jahren warten die Anwohnerinnen und Anwohner an lauten Bahnstrecken wie im Mittelrheintal auf leisere Güterzugwaggons, denn die alten Waggons mit einer jahrzehntealten Technik verursachen Lärmpegel bis über 100 Dezibel. Ein Grund für die verschleppte Umrüstung auf eine leisere Bremstechnik waren bisher die hohen Kosten der sogenannten K-Sohle. Die  Waggonhalter warteten auf die Zulassung der günstigeren LL-Sohle. Die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) erklärt zur nun zugelassenen LL-Sohle:

 

„Die Zulassung der LL-Sohle durch den Internationalen Eisenbahnverband UIC ist ein Hoffnungsschimmer für die lärmgeplagten Anwohnerinnen und Anwohner. Sie eröffnet nun Perspektiven für eine schnellere Umrüstung der alten Krachmacher.
Für weiteres Zuwarten gibt es jetzt keine Ausrede mehr: Jetzt muss gehandelt werden, denn der Bahnlärm raubt Schlaf, Gesundheit und wirtschaftliche Perspektiven. Unbedingt müssen so bald wie möglich die Lärmsanierungsmittel des Bundes verdoppelt werden, auch sollte dieser Finanztopf für die Umrüstung genutzt werden können.

 

Aktiver Lärmschutz an der Quelle wird von den Eisenbahnunternehmen und den Waggonhaltern nur umgesetzt, wenn der Gesetzgeber Vorgaben erlässt oder wirksame Anreizsysteme schafft. Das Trassenpreissystem muss überarbeitet werden, damit die Preise stärker gespreizt sind und die Umrüstungsanreize damit wirken können. Einen ordnungspolitischen Rahmen müssen strenge Lärmgrenzwerte für Schienenfahrzeuge setzen.“
Hintergrund:
Die traditionellen Graugussbremsen drücken beim Bremsvorgang auf das Laufrad. Dadurch raut die Bremse die Radlauffläche auf, was zu hohem Lärm beim Rollen führt. Die Verbundstoffsohle kann den Lärm von Güterwagen halbieren. Wichtig dabei ist nicht nur der Austausch der Bremse, sondern auch die regelmäßige Pflege der Schienen.

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