Prävention und Behandlung von Medienabhängigkeit

Medienabhängigkeit hat sich seit dem Jahr 2007, als sich Bündnis 90/Die Grünen als erste Bundestagsfraktion dem Thema widmete, vom Nischenthema zu einem breit in der Öffentlichkeit diskutierten Phänomen gewandelt. Aktuellen Schätzungen zufolge ist in Deutschland ca. 1,5 Prozent der Bevölkerung von Medienabhängigkeit betroffen. Allerdings gelten weiterhin rund 5 Prozent als gefährdet – besonders häufig Jugendliche.

Mittlerweile gibt es eine Reihe von guten, belastbaren Studien zum Thema. Doch statt realistisch über Risiken aufzuklären, werden Bürgerinnen und Bürger bisweilen durch Alarmismus und pauschale Verteufelungen, beispielsweise von Online-Rollenspielen, verunsichert. Die Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN baut in der Auseinandersetzung mit dem Thema Medienabhängigkeit auf eine differenzierte Diskussion, die die bestehenden Risiken im Umgang mit Medien benennt, ohne die vielfältigen Chancen aus den Augen zu verlieren, die mit der Nutzung der Neuen Medien verbunden sind. Dabei wollen wir weder bagatellisieren noch dramatisieren, sondern wirksame Strategien zur Prävention und Behandlung entwickeln.

Mehr dazu in unserem Positionspapier „Prävention und Behandlung von Medienabhängigkeit“.

Medienabhängigkeit hat teilweise erhebliche Folgen für die Betroffenen. In ihrem Interesse wollen wir:

  • Medienkompetenz in Schule, Betrieb und Elternhaus stärken;
  • dafür sorgen, dass das Suchtpotential bei der Alterseinstufung von Computerspielen berücksichtigt wird;
  • in Zusammenarbeit mit ExpertInnen und EntwicklerInnen prüfen, ob für Minderjährige die wöchentliche Spielzeit durch die Eltern begrenzt werden kann bzw. automatische Spielpausen in das Spiel integriert werden könnten, um das Risiko einer Abhängigkeit zu minimieren;
  • eine bundesweite Onlineberatung und Telefonhotline für Medienabhängige schaffen;
  • uns dafür einsetzen, dass Mediensucht als eigenständige Erkrankung anerkannt wird und für die Betroffenen ausreichend spezialisierte Therapieangebote geschaffen werden;
  • die Forschung in diesem Bereich weiter verstärken.

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