Antrag: Ländliche Räume als Lebensräume bewahren und zukunftsfähig gestalten

Der demografische Wandel zwingt vor allem in den ländlichen Räumen zum Handeln. Daher haben wir in der Bundestagsfraktion den Antrag „Ländliche Räume als Lebensräume bewahren und zukunftsfähig gestalten“ erarbeitet.

Darin heißt es:

„Periphere ländliche Räume stehen heute schon vor großen Herausforderungen, um die Daseinsvorsorge für ihre Einwohnerinnen und Einwohner abzusichern. Schulen, Gesundheitsversorgung, Kultureinrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten oder Verwaltungen werden in den nächstgrößeren Orten zentralisiert und verschwinden aus der Fläche. So entstehen immer mehr sozial- und infrastrukturelle „Lichtungen. Das Altern unserer Gesellschaft wird diesen Trend noch verstärken, auch in bislang weniger betroffenen Regionen. Darum ist es höchste Zeit, tragfähige Lösungsansätze zu entwickeln.

Die grüne Politik für den ländlichen Raum orientiert sich am Ziel unserer Verfassung, gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Regionen unseres Landes zu gewährleisten. Gleichwertigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, die Chance auf Teilhabe am gesellschaftlichen und politischen Leben aller Bürgerinnen und Bürger unabhängig von ihrem Wohnort. Dafür ist neben der technischen auch das Vorhandensein von sozialer Infrastruktur in Form von Bildung, Kultur und Gesundheitsversorgung unverzichtbar. Bei allen Unterschieden zwischen dem Leben auf dem Land und dem Leben in der Stadt müssen diese Teilhabechancen für alle gewahrt sein.“

Der Antrag formuliert neun Kernforderungen an die Bundesregierung:

  • ein qualitativ und quantitativ ausreichendes Bildungsangebot in ländlichen Räumen zu sichern,
  • eine bedarfsgerechte gesundheitliche Versorgung und Pflege zu gewährleisten,
  • der Regionalwirtschaft das Rückgrat zu stärken,
  • die regionale Produktion und Vermarktung zu stärken,
  • die Standortattraktivität der ländlichen Räume zu sichern,
  • die kulturelle Produktivität und insbesondere Jugendkulturen zu stärken,
  • die Verkehrsplanung den realen Ansprüchen anzupassen,
  • die finanzielle Abwärtsspirale der Kommunen zu stoppen und
  • bei der Vergabe von Fördermitteln die Verantwortung stärker auf die regionalen Akteure zu übertragen.

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