Drosselkom: Mehr Transparenz statt weniger Volumen

Zu den Leitlinien der Bundesnetzagentur für eine bessere Information von Breitbandkunden erklärt Tabea Rößner, medienpolitische Sprecherin:

Ein Mehr an Transparenz bei den deutschen Telekom-Anbietern wäre begrüßenswert. Ein weniger an Datenübertragung hingegen ist es nicht. Dass die Bundesnetzagentur nun ein Eckpunktepapier vorlegt, in dem sie eine größere Transparenz für die Endkunden einfordert, ist überfällig. Es ist im Sinne der Verbraucher, wenn sie neben der Maximalbandbreite auch die garantierte Mindestbandbreite vor Vertragsabschluss leicht ersichtlich erfahren können. Es ist auch eine gute Idee, dass die Unternehmen auf ihren Monatsrechnungen auf das Prozedere des Anbieterwechsels hinweisen müssen. Soweit entspricht dies auch der Gesetzeslage.

Die Bundesnetzagentur will aber auch, dass Anbieter von Volumentarifen ihren Kunden kontinuierlich und transparent ihren monatlichen Verbrauch mitteilen sollen. Das ist auf dem ersten Blick eine logische und verbraucherfreundliche Forderung. Auf den zweiten Blick wird dadurch der Drosselplan der Telekom protestlos hingenommen. Dabei ist die geplante Drosselung ein verheerendes Signal für den Wirtschaftsstandort Deutschland und weiteren Netzausbau durch die Telekom, deren Haupteigner der Bund ist. Neue Angebote, die auf schnelles Internet angewiesen sind, werden im Keim erstickt. Wenn der Bedarf an Datenvolumen künstlich gedrosselt wird, sinkt außerdem auch der Druck, ein leistungsfähiges Netz auszubauen.

Abgesehen davon begrüßen wir jede Initiative, die den Verbrauchern einen besseren Überblick verschafft. In diesem Rahmen würde ich mir auch von den Softwareherstellern wünschen, dass sie stets vor Neuinstallationen und Updates für den Nutzer leicht erkennbar die Datenmengen darlegen.

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