Fereshteh Shirazi ist frei!

Seit 2011 ist die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete aus Mainz, Tabea Rößner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Patin für die  iranische Frauenrechtlerin Fereshteh Shirazi über die Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Gemeinsam mit der Organisation machte Rößner stetig auf das Schicksal der Gefangenen aufmerksam und kämpfte für ihre Freilassung. Vor einigen Tagen wurde nun bekannt, dass Fereshteh Shirazi aus der Haft entlassen wurde.

Hierzu erklären Rößner und Martin Lessenthin für die IGFM:

„Endlich ist Fereshteh Shirazi frei! Wir sind sehr glücklich, dass sie freigelassen wurde und nach der langen Zeit endlich wieder bei ihrer Familie ist. In den kommenden Tagen werden wir versuchen, Kontakt zu ihr aufzunehmen, um uns nach ihrem Befinden zu erkundigen.

Die menschunwürdigen Haftbedingungen haben gerade der iranischen Frauenrechtlerin schwer zu schaffen gemacht. Ihre Haftbedingungen waren schlecht. Zudem war ihr der Kontakt zu Angehörigen und ihrem Anwalt verwehrt. Zustände, wie wir uns sie hier Zulande kaum vorstellen können.

Unser Engagement für Fereshteh Shirazi ist jedoch nicht beendet. Um ihr Schicksal sind wir weiterhin besorgt. Wir werden sie und ihr Anliegen auch weiterhin unterstützen, wo immer es geht.

Die gute Nachricht aus Amol mahnt uns zugleich. Im Iran und weltweit sitzen zahlreiche Menschen aufgrund ihrer politischen Sichtweisen im Gefängnis. Viele sind tagtäglich der Folter ausgesetzt, einigen droht die Todesstrafe.

Wir alle müssen uns für diese Menschen einsetzen und stetig auf diese Schicksale aufmerksam machen. Es ist das Mindeste, was wir tun können.“

Hintergrund:

Im August 2006 gründete Fereshteh Shirazi zusammen mit anderen Frauen und Männern im Iran eine Initiative für die gesetzliche Gleichberechtigung von

Frauen: Die ‚Eine Million Unterschriften Kampagne für Frauenrechte‘. Die Idee entstand nach der gewalttätigen Niederschlagung eines Protestes für mehr Gleichberechtigung in Teheran am 12. Juni 2006. Die Kampagne soll das Anliegen der Frauen in die Gesellschaft tragen und den Gedanken der Gleichberechtigung im öffentlichen Bewusstsein verankern. Seit Gründung der Kampagne wurden zahlreiche Aktivistinnen bedroht, verhaftet, misshandelt und mitunter zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Auch Fereshteh Shirazi wurde bereits im Jahr 2009 mehrmals vom Geheimdienst vorgeladen und verhört. Seit dem 4. September 2011 saß sie, bis zu ihrer Freilassung, im Frauentrakt des Gefängnisses von Amol. Ihre Gerichtsverhandlung fand vor dem Revolutionsgericht am 28. September 2011 statt und sie wurde wegen ‚Störung der öffentlichen Meinung durch Verleumdung und Beleidigung der Obrigkeit‘ sowie ‚regimefeindlicher Propaganda‘ zu insgesamt drei Jahren Haft verurteilt.

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