Ehrenamt braucht mehr als warme Worte

Zum Internationalen Tag des Ehrenamts am 5. Dezember erklärt die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner, Sprecherin für Demografie der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN:

Ehrenamtliche schaffen Lebensqualität. Dort, wo sich Menschen für die gute Sache engagieren, bleibt das Gemeinwesen lebendig. Gerade im demografischen Wandel brauchen wir einen engeren Zusammenhalt zwischen den Generationen. Bürgerschaftliches Engagement kann auch zur Selbstverwirklichung beitragen. Dieser emanzipatorische Charakter muss geschützt werden, freiwilliges Engagement kann kein Ersatz für hauptberuflich erbrachte Sozialleistungen sein.

Doch Engagierte brauchen mehr als einmal jährlich gut gemeinte Worte. Verlässliche Strukturen, eine Anerkennungskultur und finanzielle Anreize müssen freiwilliges Bürgerengagement unterstützen. Auf kommunaler Ebene können Ehrenamtsbörsen oder Seniorennetzwerke Freiwillige aktivieren und ihnen organisatorischen Rückhalt geben. Der Bundesgesetzgeber sollte fördernde Rahmenbedingungen schaffen. So tritt die grüne Bundestagsfraktion dafür ein, dass Aufwandsentschädigungen nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet werden. Das Gemeinnützigkeitsrecht muss entbürokratisiert werden, damit etwa Engagementzeiten als finanzieller Eigenanteil bei öffentlicher Förderung anerkannt werden. Das solidarische Teilen von Zeit braucht die gleiche Anerkennung wie das Teilen von Geld.

Als Politikerin habe ich die politisch Engagierten besonders im Blick. Auf kommunaler Ebene tragen sie die demokratischen Strukturen. Wir brauchen mehr Menschen, die bereit sind für ein politisches Ehrenamt – gerade im Hinblick auf die Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz 2014. Besonders Frauen möchte ich ermutigen, sich aktiv einzubringen und das Gemeinwesen mitzugestalten. Es lohnt sich.

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