Tageschau-App: Eine medienpolitische Entscheidung

Zu Äußerungen des Landgerichtes Köln im Rechtsstreit Tagesschau-App erklärt Tabea Rößner:

Das Gericht hat Recht: Diese Frage sollte nicht von Richtern geklärt werden. Es geht um eine medienpolitische Entscheidung. Die Verlage sollten endlich einsehen, dass auch die Öffentlich-Rechtlichen einen Anspruch darauf haben, im Internet bzw. auf dem App-Markt präsent zu sein. Es handelt sich nicht um ein neues Angebot, sondern lediglich um eine Optimierung der Verbreitungsmöglichkeit.

Anstatt auf die mobile Internetseite der Tagesschau zuzugreifen, bietet die App einen einfachen Zugang, die gleichen Angebote zu nutzen. Mit anderen Worten: Es werden keine anderen Texte für die Tagesschau-App geschrieben, als sie über www.tagesschau.de bereits zugänglich sind.

Auch Smartphone- und Tablet-Nutzerinnen und -Nutzer haben Gebühren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gezahlt. Dann sollte ihnen auch das Angebot der Öffentlich-Rechtlichen einfach und bequem zugänglich sein. Der Streit über die Tagesschau-App ist rückwärtsgewandt und zeigt, dass ein großer Teil der Medienbranche im digitalen Zeitalter längst noch nicht angekommen ist.

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