Den Wandel gestalten

Unsere Gesellschaft steckt mitten im demografischen Wandel. Immer mehr Menschen werden immer älter, während immer weniger Kinder geboren werden. Dies verlangt ein Umdenken in vielen Bereichen: Infrastruktur, kommunale Aufgaben und Dienstleistungen, Integration und vor allem auch im Rentensystem.

Die Gesellschaft wandelt sich ständig. Steigender Wohlstand und Wertewandel haben dazu geführt, dass die jüngeren Generationen heute viel mehr Möglichkeiten haben zu entscheiden, wie und wo sie wohnen wollen, als ihre Eltern. Ein Ausdruck dieser Entwicklung ist, dass in den letzten Jahren immer weniger Kinder in Deutschland geboren werden. Bleibt es bei dieser niedrigen Geburtenrate, schrumpft die Bevölkerung in Deutschland im Laufe der nächsten Jahrzehnte, und auch die Schichtung der Generationen wird sich verändern. Dies sind die wesentlichen Kennzeichen des demografischen Wandels.

Dieser Wandlungsprozess stellt uns vor Herausforderungen: Weniger Einwohnerinnen und Einwohner bedeuten veränderte Anforderungen an die Infrastruktur, und eine veränderte Generationenschichtung stellt unsere sozialen Sicherungssysteme in Frage. Für entvölkerte Landstriche ist nicht ohne Weiteres das gleiche Versorgungsangebot finanzierbar wie für die Ballungsräume. Weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können im Rahmen des heutigen Systems nicht die Beiträge für mehr Rentnerinnen und Rentner aufbringen. Hinzu kommt, dass ein immer größerer Teil der Bevölkerung einen Migrationshintergrund haben wird, was eine zielführende Integrationspolitik noch dringender macht.

Die unterschiedlichen Problemlagen in Ost und West, in ländlichen und in städtischen Räumen, in Wachstums- und Schrumpfungsregionen brauchen jeweils eigene regionale Antworten und vernetzte Strategien. Deshalb sehe ich den demografischen Wandel als eine Querschnittsaufgabe, die von allen Akteuren – Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – als solche wahrgenommen und gestaltet werden muss, und dies auf allen politischen Ebenen – im Bund wie im Land, regional wie kommunal. Mit diesen Akteuren möchte ich sprechen und mit ihnen gemeinsam Lösungswege finden.

Eine besondere Stärkung müssen aus meiner Sicht die Kommunen erfahren, denn sie sind der zentrale Ort der kommunalen Aufgaben. Dabei stellen sich für jede Kommune unterschiedliche Herausforderungen und Chancen dar, denn jede Region wird sich unterschiedlich entwickeln. Die Kommunen müssen daher in die Lage versetzt werden, jeweils eigene Lösungen zu entwickeln.

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