Recycling von Elektronikschrott verbessern

In Deutschland werden jedes Jahr knapp 30 Millionen Handys verkauft. Aber nur wenige alte oder kaputte Handys kommen zurück zu den Händlern, damit sie repariert oder recycelt werden können. Stattdessen landen sie oftmals in Restmülltonnen oder in den Ländern des Südens. Ähnlich sieht es bei Computern aus.

Dabei gehen  wertvolle Rohstoffe verloren. Grund sind unter anderem fehlende Möglichkeiten für Verbraucherinnen und Verbraucher, diese Geräte unkompliziert in eine ordnungsgemäße Verwertung zu geben. Wir wollen das verbessern und bringen deshalb diese Woche einen Antrag in den Bundestag ein.

Unsere Ziele sind

  1. die Weiterverwendung von Altgeräten
  2. die Sammlung defekter Geräte und
  3. das Recycling deutlich zu verbessern.

Die Wertstofftonne ist dafür nicht ausreichend, weil hier zum Beispiel Mobiltelefone schon in der Presse der Müllwagen so zerstört werden können, dass sie zum Recycling unbrauchbar sind. Zudem können die Elektronikgeräte die anderen Wertstoffe mit Schwermetallen und Flammschutzmitteln belasten.

Um die Sammlung und das Recycling von Elekronikschrott zu verbessern, muss sich schon die Produktion verändern. Geräte müssen so produziert werden, dass sie einfacher zu reparieren sind oder Teile davon recycelt werden können. Außerdem sollen Hersteller fünf Jahre lang Ersatzteile für Ihre Geräte vorrätig halten. Deshalb soll auch die gesetzliche Gewährleistung für IKT-Geräte verlängert werden, weil die Hersteller dann einen Anreiz haben, ihre Geräte so zu gestalten, dass sie lange halten oder besser repariert werden können.

Unsere wichtigsten Forderungen sind außerdem, dass

  • es eine Rücknahmepflicht des Handels für Elektrokleingeräte eingeführt wird. Ausgenommen sollen kleine Händler sein, um diese nicht zu überfordern.
  • ein Pfandsystem für Handys, das zusammen mit Handel und Industrie entwickelt werden soll. Dadurch wollen wir die Rücklaufquoten von IKT-Geräten in einem ersten Schritt verbessern.

Mit diesen und weiteren Forderungen soll versucht werden, den Müllberg an IKT-Altgeräten kleiner werden zu lassen und wertvolle Rohstoffe zurück zu gewinnen. Zudem werden so die illegalen Exporte in Entwicklungs- und Schwellenländer verhindert. Denn dort wird in der Regel wenig effektives Recycling betrieben, das aber schwerste Umweltschäden sowie Gesundheitsschäden insbesondere für Kinder und Jugendliche verursacht.

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